252 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
! 6z 2 Untreue in Handen hatte, so erwähnte man doch nichts davon; und zahlte ihm sEzur Schadloshaltung 200,000 Livres. Richelieu hatte von dieser Sache nur dn^solche Personen Nachricht erlangt, welche die Spanier, die Königin Mutter unddcHerzog von tDrleans verriethen. Er wollte ihre Verrätherey, die ihm zur Entdeckn^der Anschlage seiner Feinde nöthig war, lieber verborgen halten, als das Verbrechen dHerrn von Valence" bestrafen. Freilich mochte es der Harte seiner Gemüthsart sib^fallen, eines dem König untreuen Befehlshabers zu schonen: aber diesmal müsse er v;
Der französ.
Gewalt anthun, um Personen nicht in Verdruß und Unglück zu bringen, die sich ^seine kluge Verschwiegenheit verlassen hatten und deren Briefe er nicht hatte vorlegkönnen, ohne sie dadurch um ihre Ehre zu bringen. Er sahe besser, al§ irgend jemalftein, wie viel daran gelegen sey, die Ranke seiner Feinde zu wissen, daher unterhieltallenthalben Kundschafter, sowohl in Frankreich, als an auswärtigen Höfen. LMsiel zu Brüssel in dem Kabinet des Herzogs von Örleans und der Königin Mutterdavon er nicht die genaueste Nachricht erlangt hatte. Eben so erfuhr er zeitig genEdaß der Herzog von Grleans Anstalten zu einem Einfall in Frankreich mache, um b.König zu zwingen, daß er ihn von der Staatsverwaltung entfernen und sie ihm überl§>sen möchte. ^
^ .....Die Spanier und der Herzog von Lothringen wollten den Herzog von ^Hof 'nimmt leans unterstützen. Wegen der ersten war Richelieu unbesorgt, weil sie damalss"sich des Kur- der Vertheidigung der Stadt Mastricht gegen den Prinzen von Oranien genug zu thfürstm von halten: aber der letzte konnte eher Beistand gewahren; seine Werbungen gierigenTrier an» ^ri statten, und man verbesserte eifrigst die Befestigungen seiner Platze. Er hatte zn',dem ftanzösischen Hofe versichern lassen, daß er den Vertrag von Vic unverbrüch^halten werde: allein, Richelieu hatte zu viel Merkzeichen von dessen Falschheit, ^daß er ihm hatte trauen sollen. Man hatte zwar noch eine hinreichende Armeedem Marschall von la Force in den drey Bißthümern stehn: allein, man muste ^Kurfürsten von Trier zu Hülfe kommen, den die Spanier aus seiner Residenz verN-den hatten, und der in Gefahr stand, fein ganzes Land zu verkehren. Richelieudaher eine andere Armee von 2 2Ooo Mann an den Gränzen von Champagne zusi'vmenziehn. Der Marschall von Effiat wurde zu Anfang des Mays zum AnfüAderselben exnennt, um dem Kurfürsten von Trier beizuspringen, der am neunten Ar.mit dem König von Frankreich einen Vertrag gemacht hatte, vermöge dessen dieser >.anheischig machte, die Schweden von den Einfällen in sein Land abzuhalten und ihnder diejenigen die ihn unterdrücken wollten, zu vertheidigen. Er hingegen versprach/ ^ne französische Besatzung in die Festung Ehrenbreitstein einzunehmen, wo sie bis s. §allgemeinen Frieden bleiben sollte, und zwey Drittel von denen zur UnterhaltungBesatzung erforderlichen Summen zu bezahlen. Er war derselben benöthigt, umPlatz zu erhalten; indem die darin« liegende teutsche Besatzung dem ihm widerspE^ -Am rz Zu». Domkapitel eben so wohl, als ihm selbst, Treue geschworen hatte. Die Franzosi"«^gen würklich in Ehrenbreitstein ein. Der Kurfürst hätte ihnen gern auch Trier, ^blenz und Philippsburg eingeräumt: allein, die beiden ersten Städte waren nichtin seiner Gewalt, indem sich die Spanier ihrer bemächtigt hatten, und als er dein ^
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