Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

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Bruder wolle beobachtet wissen. Als Ludwig hierauf antwortete, man solle deHerzog kein Leid zufügen, und ihm mit aller seiner Geburt und seinem Rang gebäht"den Achtung begegnen; so zeigte der Marschall, wie unmöglich es sey, dies bey ei^Handgemenge zu beobachten. Den Kardinal brachte dies auf die Besorgnis, die MHerren möchten in dieser Verlegenheit nicht kräftig genug zu Werke gehn. Er bere^'daher den König, selbst nach Languedok zu reisen, und durch seine Gegenwart der llnUAm i r Aug. nehmung Nachdruck zu geben. Ludwig erklärte vdr seiner Abreise bey einer feierlich'Sitzung im Parlamente, daß alles vergessen seyn sollte, wenn der Herzog vonGrle^in sechs Wochen von seinem Vorhaben abstehn würde; dabey ward des Kardinals ^cheliett auf die allerrühmlichste Art gedacht. ^

Während der Abwesenheit des Königs sollte der Prinz von Condtf dieschaften Nivernois, Berri, Bourbonnois, Touraine, Poitou, Aunis, Sainto^Marche, Limosin und Auvecgne, regieren, so wie der Graf von Soissöns Paris ^Zste de France, dem auch der Oberbefehl über die in Picardie stehende Armee üderg^,wurde. Tonde" und Gsrssons betrachteten mir geheimer Zufriedenheit den zwsi^Ludwig und seinem Bruder entzündeten Krieg. Das Haus Londe näherte sich ^dem Throne, im Fall Gasts eben so kühn seyn würde, als Monrmorenc-, in deßArme er sich geworfen hatte, und in dem Treffen bliebe. Der Untergang seines Säst,gers, des Herzogs von Montmorenci, der keine Kinder hatte, schien nnverin^sich rc. Der König rechte an eben dem Tage, da er die feierliche Parlamentssitzunghalten hatte, von Paris ab. Vier bis fünf Tage hielt er sich zu Fontainebleau auf,"stwendete sich hernach, in Begleitung seiner Gemahlin, gegen Lyon. Als der Kard>"„,

der dem König auf der Reise Gesellschaft leisten sollte, zu der regierenden Königin

UM sich zu empfehlen, so traf er die Prinzessin von Guimene an, gegen diemorenci grosse Liebe gehegt hatte. Sie sagte zu ihm: Mein Herr, Sienach Languedok; erinnern Sre sich der grossen Freundjchafrsproben, stSie noch vor kurzem von dem Herzog von Monrmorenci erhalten hast,^Sie können sie nicht vergessen, ohne undankbar zu seyn Madame, vckstte der Kardinal frostig, ich habe mcht zuerst gebrochen. Die Prinzessin u^stle die dies hörten, schlössen daraus, daß Monrmorenci unwiederbringlich verlastseyn würde, wofern er in die Gewalt des Kardinals, dessen Unversöhnlichkeit schreiAm -z Aug. war, fallen sollte. Die bald darauf folgende Erklärung des Königs, bestärkte

Verdacht. Montmorenci ward dadurch auf die strengste Art als Verbrecher dss ^leidigten Majestät verdammt. Man befahl dem Parlament zu Toulouse, ihn als c",solchen zu verfolgen, und ihm ohne Rücksicht auf seine Vorzüge, die ex als Palt "Marschall genoß, den Proceß zu machen. ^

Der Graf dü Fargis war seit neun Zähren französischer Gesandter zu ^hxid: als aber seine Gemahlin, wie oben erzählt worden, durch Richelieuentfernt wurde, begab er sich mir ihr zu dem Herzog von Orleans, als er nachgund gestehen war. Da nun Gasto jemand haben myste, den er nach Spanien ^cken konnte, um vom König Philipp nachdrücklichen Beistand 'zu erflehen, st stst,i>sich niemand besser dazu, als der Graf dü Fargis. Er ward zu Madrid mit ebss §Ehrenbezeugungen empfangen, und ihm durchgehends eben so begegnet, wie den Gst ^ten gekrönter Häupter: aber Hülfe konnt er nicht erlangen, indem die für

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