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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
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der König und sein Staatsrath dafür halten, daß mein Tod dem Reiche nützlicherals mein Leben; so verlange ich nicht, daß man zu dessen Verlängerung etwas thue, ^dem Dienste des Königs entgegen ist. — Man bewilligte ihm den verlangten "Eschub, und er wendete ihn theils zur Vorbereitung seiner Seele, theils zur Bestell"'^seines Hauses an. Er setzte seinen letzten Willen schriftlich auf, und überließ es ^König, in wie weit er ihn bestätigen wollte. Hierbey bewieß er selbst an demjenig^den man für die Ursache seines Todes hielt, eine aussecordencliche Großmuth. Er ^te drey vortrefliche Gemählde in seinem Pallast zu Paris, wovon er das eine derzessin von Lende, das andere dem Profeßhause der Jesuiten zu Toulouse, und ^dritte, ein Meisterstück Raphaels von Urbmo, dem Kardinal von RlcheüeUmachte. , .
Inzwischen bemühten sich viele Grosse noch immer stark um die Begnadig"^des Herzogs. Der Kardinal la Valerte, dem die Prinzessin von Conde" eifrig a»lE
suchte den König und den Kardinal zu erweichen. Samt Srnion, der Liebling
Königs, der Herzog von Lhevreuje, ein Feind des gefangenen Herzogs, lapst, ein Edelmann des Herzogs von (Drleans, und der Herzog von Epernonten ihr Aeusserstes, um dem Unglücklichen das Leben zu retten. Der letztere wardrücklich deswegen nach Toulouse gekommen, und sprach desto kühner, weil er glani''man sey ihm Dank schuldig für seine Sorgfalt, durch die Güyenne, wahrend der ^.ruhen in Languedok, im Gehorsam war erhalten worden. Er fiel dem König uns ^ .verurtheilten Herzogs willen zweimal zu Füssen, und begleitete diese Handlung mit^dringendesten Vorstellungen. Allein, Richelieu hatte das Gemüth des Königsdie Kraft aller Bitten und Vorstellungen verwahrt, und ihm den Grundsatz eingepw^daß bey Staatsverbrechern kein Erbarmen Statt finde, und daß die UnterlassungStrafe bey den Grossen des Reichs, den Staat schon oft in die gröste Gefahr gcfi^
habe. Er erinnerte ihn ferner an alle die Umstände, die das Verbrechen des Hcrs^
vergrößerten, an die falschen Versicherungen seiner Treue, an seine Bemühungen,^vornehmsten Städte in Languedok zu überfallen, an die fast allgemeine Zerrüttung, ^er im Königreich habe stiften wollen, und an sein Verständniß mit dem spanischenund ermähnte ihn, ja keiner falschen Gnade Raum zu geben, indem diese gcfähr^sey, als die Grausamkeit selbst. Durch diese Vorstellungen abgehärtet, hörte .wlg den Herzog von Epernon mit niedergeschlagenen Augen an, ohne ihm in die^de zu fallen,, oder nur die geringste Antwort zu geben. Als der Herzog ausStillschweigen schloß, daß nichts mehr zu hoffen wäre; so bat er den König lllN
laubniß, Toulouse zu verlassen. Auf diese Aeusserung wurde das Gesicht des
wieder heiter, und er sagte zu Ehernen: Ja, es ist mir ganz recht, ich bin 1^,nicht gesonnen, mich lauge hier aufzuhalten. Man hatte auch die regierendegebeten, bey dem König um Begnadigung des Herzogs anzusuchen. Wenn das ^ ^hat, was man in gleichzeitigen Nachrichten ließt, daß nämlich tNonrmsrencidie Anbeter dieser Fürstin gehört habe; so kann man leicht denken, daß sie ansich selbst dazu geneigt gewesen sey. Man hat sogar vorgegeben, man habe beVgefangenen Herzoge das Bildniß der Königin unter seinem Armbande gefunden; ^(hellen habe dadurch Eifersucht bey dem König zu erregen gesucht, um den Unk^Hdes Herzogs noch gewisser zu machen. Die Königin hatte auch würklich beschloss ^
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