29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 27!
Herzogs anzunehmen: allein, sie unterstand sich nicht, es wärklich zu thun, ohne idak ^ Kardinal um Rath gefragt zu haben. Dieser sagte ihr, er zweifle nicht,
A Fürbitte von grosser Kraft seyn würde: allein, es wäre zu befürchten, daß diesein ^ sich der König anthun mäste, seinen einmal gefaßten Entschluß zu andern,
^ Gesundheit nachteilig seyn möchte; und die Königin beobachtete hierauf ein tiefes„ schweigen, aus Beisorge, Richelieu möchte bey dem König, wenn sie für denöare, die Folge daraus ziehn, saß ihr das leben des Verbrechers lieber sey, alsGesundheit des Königö..
Am Tage seiner Hinrichtung wurde Msmmorenci vor seine Richter geführt. AmH Leisten bedeckten ihr Gesicht, um ihre Betrübniß und ihre Thränen zu verbergen,steleu wiederhohlrem Verhör, dessen Punkte der Herzog ohne Schwierigkeit gestand,
Her Stimmen dahin aus, daß er auf einer Blutbühne enthauptet, daß seine
P Kosten Montmorenci und Damville auf ewig des Titels der Herzogthümer undiey beraubt, und so, wie alle seine andere, liegende Gründe, eingezogen werden soll-theil k-ch milderte der König auf Anhalten seiner Verwandten und Freunde das Uc-."^hin, daß eS in dem Hofe des Rathhauses bey verschlossenen Thüren sollte voll-^ .Werden, worüber aber der Verurtheilte unzufrieden war; und nachher wurden. H seine Güter unter seine drey Schwestern, die Prinzessin von Londe und Herzo-^ Angouteme und Venradoür, vertheilt. Der König behielt blos die
Schaft Dammartin, l Etang de Gouvieux, und die Herrschaft Chantilli.ihre Durch ganz Toulouse herrschte eine allgemeine Trauer. Die Hofleute liessen^ ^trübmß öffentlich blicken, und das Volk betete in den Kirchen, daß Gott dashz^es Königs erweichen möchte. Viele schrien auf den Gassen: Gnade, Gnade!yjg^^igkeit, Barmherzigkeit! und dieses Geschrey drang bis in den Pallast des Kö-iöhlick Marschall von Lharillon nahm daher Anlaß, ihm zu sagen, daß er un-Personen dlirch die Begnadigung des Herzogs Freude machen würde: aber derBesteche Monarch antwortete: Ich würde nicht Röntg seyn, wenn ich dieder Privatpersonen harre. Der Graf von Lharlüs müsse demihm ^ Band vom Heil. Geistorden und den Marschallsstab abfordern. Er gab^tab ! folgenden Worten: Mein Herr und mein werther Vetter, ich gebe den^vwürdi meinem König willig zurück, weil er dafür halt, daß ich seiner Gnade
bv„ Ehqrlüs fand den König in seinem Kabinet, als er mit dem Herrn
fiel er a k c?"** Schach spielte. Als er den Auftrag des Herzogs ausgerichtet hatte.
Und bar ^ Knie, umfieng die Füsse des Königs, die er mit seinen Thränen benetzte,
- Alle, die im Kabinet waren, sielen auf die Knie nieder, und^ey lyj seme Bitte. Dennoch sagte der König mit verdrießlicher Mine: Nein,öer si)« ^ er muß sterben. Man darf sich über den Tod eines Menschen,
pin sthr verdient hat, nicht grämen; man muß ihn nur bedauren, daß er durch^ grosses Unglück gerathen ist. Gehet, und meldet ihm daß ich!^ren u^lne Gnade erwersen kann, als diese, daß der Scharfrichter ihn nicht an-Wagens Strick nicht über die Schultern thun, sondern nur den Kopf herab-d>erf "'°U. — Zeder Leser dieser sultanischen Scene mag selbst nach Belieben An-öcita,, c^^arüber machen. Wir sehen weiter nichts hinzu, als daß niemand Gefallen>and , Richelieu imd seine Kreaturen, und selbst diese nicht alle.
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