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Am i z Jan.
Herz. Karl 4»v. Lothringenübergiebt dieRegierung sei-nem Bruder,dem KardinalFranz. Folgendieser Hand-lung.
Am l6 Febr,
29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
Der König hielt hierauf einen hohen Gerichtstag im Parlament, und ließ"
ne Erklärung registriren, wodurch dem Herzog von Orleans seine Güter, sein .ding, seine Gouvernements und seine Güter wieder angeboten wurden, wenn er innem Vierteljahr nach Hof kommen, und sich wieder zu seiner Pflicht bequemen tE 'Seinem Gefolge versprach man eine völlige Verzeihung des Geschehenen, le EolgtE'la Vieuvllle, Montskgor und die Languedoker Bischöffe ausgenommen. Inhung der Vermahlung des Prinzen erklärte der König, sie wäre den Grundgesetzen ^Reichs und der Würde seiner Krone zuwider, so daß er nie darein willigen könnte. ,Wenige Tage hernach erfuhr man, daß Herzog Rarl der Vierte von 2 -thrmgen durch eine zu Mirecourt am ryten Januar datirte Urkunde die Regier^niedergelegt, lind sie dein Kardinal, seinem Bruder, übergeben habe. Diesernoch im vorigen Jahr um eine Milderung des Vertrags von Charmes gebeten: all^der Kardinal, der bey seinen Entwürfen gegen das Halls Oestreich Lothringen noth^dig im Besitz haben musie, wollte nichts nachlassen. Herzog Rarl wollte also l>^nicht regieren, als Lebens lang ein Sklave Frankreichs seyn, indem er die Beding»^eines Vertrags, den er nur aus Zwang unterzeichnet hatte, erfüllte. Er brach hiA!.mit 2ooo Mann zu Fuß und 500 zu Pferd von Mirecourt auf, gieng zuerst in die^derlande, alsdann aber an den kaiserlichen Hof.
Der Kardinal Franz von Lothringen nahm sogleich den Titel eines Ezvgs von Lothringen und Bar an, und ließ dem König von Frankreich Nachricht d^geben. Das erste, was man von ihm forderte, war dies: er sollte in die Eheschei^seiner Schwester und des Herzogs von Orleans willigen, und die Trauungsurfl^nebst den darzu gehörigen Schriften, wie auch den Mönch, der die Trauung verrißausliefern. Mein, der neue Herzog ließ sich damit entschuldigen, man wisse nicht/ ^diese Urkunden hingekommen, und der Geistliche, der die Trauung verrichtet, seyflohen. Richelieu wurde durch diese Antwort höchst aufgebracht, und sagte,he wohl, daß der Kardinal von Lothringen in die Fußtapfen seines Bruders tw iwolle: aber der König würde ihm zeigen, daß erlange Arme habe; er habe deneines Herzogs von Lothringen, der ihm von Rechtswegen nicht gebühre, zu voreilig,-genommen; Herzog Rarl habe kein anderes Recht auf dieses Land gehabt, als da^'!.ge, das von seiner Gemahlin herrührte, indem das salische Gesetz in Lothringen nicht ^geführt wäre; wenn er also kein Kind von ihr hätte, so mäste Lothringen der Priiß^Rlaudia , der Schwester der Herzogin Nikoläa , zufallen. ^
Der neue Herzog, der diese Einwendung vorausgesehn hatte, beschloß/Prinzessin Rlaudia zu heurathen, lind die Rechte derselben an sich zu bringen,nicht Richelieu ihr einen französischen Prinzen zum Gemahl geben, und seine E,<auf das Land streitig machen möchte. Er that dies zu Lüneville eilig, unter manchesdernissen, die er theils schnell aus dem Weg räumte, theils sich darüber wegsetzte-Marschall la Force, dem er seine Vermählung zu wissen gethan, nöthigte ihn,ner neuen Gemahlin, mit der Herzogin Nikoläa und der Prinzessin HenricttrPfalzburg wieder nach Nanci zu gehen. Lüneville wurde von den Franzosenund der Herzog Franz lebte auf seinem Schlosse zu Nanci wie ein Gefangener. ^ ^dem König seine Vermählung bekannt machen, und ihn bitten, daß er ihm ^Prinzessinnen Lüneville und ihre Freiheit wieder geben möchte, weil er zur Erfüllu^z§<