Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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Gelderwerbdurch Errich-tung u> Vcr-kaufimg neuerAemter. Wan-del mit demParlament.Am 20 Der.Seguier wirdKanzler.

ZOO 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

Dies war für den Kardinal nur ein kleines Nebengeschäft, feine votriehin^Sorge war auf die Anschaffung der Gelver gerichtet, die man zur Fortsetzung desher eben nicht Vortheilhaft geführten Kriegs nothwendig brauchte. Als das gelinde!Mittel, die königliche Schatzkammer zu füllen, sah er die Errichtung neuer Aemter nnBedienungen an; zu welchem Ende er zwey und vierzig Edikte ausfertigen ließ, die d

König alle an einem Hoheit Gerichtstag im Parlament registriren ließ. Tags vorhhatte der Siegelbewahrer Seguier den Eid als Kanzler in die Hände des Königsgelegt, weil der Kanzler von Älrgre an dem Ort seiner Landesverweisung gestorben ^'Die Registrirung der Edikte fand Widerspruch. Zwar verließ der erste PräsidentIai, ein feiler Mann, seiner Gewohnheit nach die Vortheile des Staats und desst^laments: aber der Generaladvokat Btgnon äusserte mehr Muth und Eifer. Erwieß sehr lebhaft die Grösse des Schadens, den bisher der Verkauf der Aemter dtStaat gebracht habe, und schilderte die beständige Errichtung neuer Aemter, diesehr theuer bezahlen müste, als das allerschädlichste Mittel zu Vermehrung der kön>§chen Einkünfte. Seine vortrefliche Rede wurde von Ludwig und seinenmit Verdruß angehört: aber alle Patrioten gaben ihr Beifall. Man wagte es a"nicht, eine obrigkeitliche Person, die ihre Pflicht gethan hatte, zu strafen. Alsdie Kammer der bürgerlichen Rechtshändel (lle; Lnguötes) diese Edikte prüfen wo^so ließ ihr der König dies verbieten, und befahl, daß das Parlament Abgeordneteihn schicken sollte. Diesen verbot der Kanzler nochmals im Namen des Königs, ^.sammlungen und Berctthschlagungen über die Edikte zu halten, und befahl, diesen«^welche die neuerrichteten Aemter im Parlament kaufen würden, ohne Schwierigkeit^als Amtsgehülfen anzunehmen. Hierauf verwieß der König durch geheime Kanzleisck^ben den Präsidenten bey dieser Kammer und vier Räthe, die sehr frey gegen diegesprochen hatten, und ließ gar einige gefangen setzen. Dennoch fuhr die Kammerauf eine Versammlung aller Kammern des Parlaments zu dringen, um wenigstens ^König wegen der Verweisung ihrer Mitglieder Vorstellung zu thun, die aber derPräsident beständig hinderte. Diese Widersetzlichkeit mißfiel dem Kardinal so sehe-,^er den Staatssekretär la Ville-aux-Clercs in die grosse Parlamentskammerund im Namen des Königs die Fortsetzung der Versammlung aufs neue verbot, undBaretpräsidenten befahl, dem König die Namen derer zu überschicken, die zuerst^rufen in die grosse Parlamentskammer kommen würden, um daselbst verboteneschlagmigen zu hakten. Bey allem dem besorgte Richelieu, die WidersetzlichkeitKammer der bürgerlichen Rechtshändel möchte den Verkauf der neuerrichteten 2le^hindern, und die Käufer abschrecken. Daher ließ er dem Parlament melden, dera-rtig würde ihre Vorstellungen annehmen, und zu dem Ende die Anzahl der für das ^riser Parlament errichteten Aemter vermindern, wenn man mir vorher die Edikte§e. Dieses Versprechen würkte so viel, daß das Parlament einige neue Räthe, ds ^Stellen gekauft hatten, ohne Schwierigkeit aufnahm. Allein, da das Parlament ^noch die Zurückberufung der verwiesenen Räthe nicht erlangen konnte; so besclMKammer der bürgerlichen Rechtshändel, in jeder Kammer besondere VersammlnAnzustellen, und die Justitz nicht weiter zu verwalten. Als sie der Kanzler zur ^ ^kung dieses Entschlusses ermähnte, so antworteten sie, ihre Unterlassung der Zust'?^,,ge habe nicht muchwilligen Vorsatz, sondern das allgemeine Elend der Privatpm