29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. ZOl
r^.^"nd, als welche aus Armuth keine Processe mehr führen könnten; übrigens wa-lle allemal bereit, dem Befehl des Königs zu gehorchen,kein dlmerdes ließ Richelieu überall Käufer zu den neuen Aemtern aufsuchen. Al>slä/e"^n hatte ausgesprengt, daß keiner von denen, die solche Aemter kaufen würden,jxjf vhtt'eicheln dürfte, jemals ins Parlament aufgenommen zu werden, weil man all-^1 /^uveder in seiner Herkunft oder in irgend einem persönlichen Fehler eine scheinbarekeuche zur Ausschliessung finden würde; und gesetzt, er habe auch alle zu einem obrig-^ ^kmt erforderliche Eigenschaften, so würde er doch eine so scharfe Prüfung aus«'"äffen, daß es ihn reuen würde sich angegeben zu haben. In der That schientü^ ^ Betragen der Rathe bey der Kammer der bürgerlichen Rechtssachen dieses Ge-Niu en" bestätigen, indem sie gegen die Aufnahme eines solchen eingekauften Mitgliedes,ihn ^ Eolsmbec, allerhand weit hergeholte Einwendungen machten, und da sis. bch zur Prüfung lassen musten, alles anwendeten, um ihn dabey in Verwirrungin und ihn darauf würklich abwiesen. Der Hof, der den Prinzen von (Londeleg ^ Parlament geschickt hatte, um der Prüfung beizuwohnen, ließ den Rathen besetz-h ' lhn aufzunehmen. Sie weigerten sich: aber der Prinz brachte sie durch seine Dro-die 2^ Nachgeben, und Lolombet wurde arifgenommen. Endlich erlangten sietia ^"-ücirufung der verwiesenen Rathe unter der Bedingung, daß sie dem König künf-»keine Ursache weiter zum Mißvergnügen geben sollten, indem sis, wenn sie sich aber-eines solchen Vergehens schuldig machten, alsdann keine Vergebung mehr würdenk bvjft>li haben. — Der König gab dem ersten Präsidenten le )ai die Stelle einesdi/A'ks und Siegelbewahrers bey dem Orden des heiligen Geistes, zur Belohnung fürdex^nste, ^ er ihm in der Sache der Edikte geleistet hatte. — Noch vorher fielbey von Servilen, Staatssekretär des Kriegswesens, in Ungnade, und bekamHerrn Gübler Desnoyers, bisherigen Finanzminister, zum Nachfolger p).a„g Ueberhaupt wurde fast der ganze Winter zu Entwürfen der Unternehmungenivge welche die Armeen des Königs ausführen sollten. Zu dem kamen die Her-
^ von XDeimar und Parma und der Kardinal von la Valerre an den Hof. DemUuna ^ Parma erwieß man sehr viele Ehrenbezeugungen; man wieß ihm seine Woh-^3 un iouvre an, und erlaubte ihm, sich in Gegenwart des Königs zu bedecken. DerXVermar, der einige Wochen nach ihm ankam, fand diese ehrenvolle Auf-dicht, denn er muste im Zeughaus Quartier nehmen, und sollte sein Haupt nichtge , wenn der König mit ihm spräche. Aber, Bernhard behauptete die Vorzü-Zutschen Reichsfürsten standhaft, beschwerte sich, und stellte vor, daß seineKelchen schon viele hundert Jahre Fürsten gewesen wären, ehe noch die Farnest,^ ^bste waren, Edelleute gewesen. Man erwiederte, der Herzog
^ön!a">are ein regierender Herr, er aber nicht, und durch den Vertrag mit dem^gew e ^ dessen Vasall geworden: allein, Bernhard war schon Herzog in Fran-o.lstz ^ ddd zugleich mit dem Herzogthum Sachsen belehnt. Er kehrte sichVorsteUlingen der Franzosen, sondern als sich der König bey der ersten> "ä bedeckte, so setzte er sernen Hut auch auf. Dadurch ward der König genöthigt,
^ Pp 3 semen
»rs. I. p. I. p. i;i. 2. l-. zy. p. thg. Griffet Th. I Z. Seit.
- 2. p. i^z. ^§2. 474-494. Schlegel Th. 8. S. 647 , 1 . ff.
'' k- "Z. Vergl. /- D 8- k.
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Am r 7 März
Am ir Fei».
DctnoyerSwird Staats-sekretär.
Rangstreitzwischen denHerzogen vonWeimar undParma.
Am 8 März.