Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
306
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zo6 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

zu Fuß und 4502 zu Pferd in der besten Ordnung angrif. Lrequi und dievon Gaulr und plesiis wendeten durch ihre Gegenwart des Geistes und schnellesstalten die augenscheinlichste Gefahr ab. Denn LeAanez wollte die über den Fluß dfchlagene Brücke abwerfen lasten, damit der Herzog von Savoyen den Franzosenzu Hülfe kommen könnte: dieser aber setzte mit einigen seiner Regimenter über,trieb die Spanier ab. Das Treffen ward immer hitzrger, und pleßrs nniste jeden .fen dreimal gegen die Spanier anführen; denn in der Mitte der Schlacht scheinenohne Zweifel die Oberhand gehabt zu haben. Die Witterung war ungemein heiß;Kräfte waren auf beiden Seiten erschöpft; die Franzosen konnten nicht langer dem ^grif der Spanier widerstehen, aber diese waren eben so abgemattet, und wurden »neuen Angriffen untüchtig. Die Nacht machte endlich einem langer denn fünfzehn!^digen Treffen ein Ende. Jeder behauptete seinen Platz; am andern Morgen zogZ^Leganez zurück, und die Verbundenen thaten ein Gleiches, plesirs wollte dienier mit tausend Reutern verfolgen, als er hörte, daß sie mcht in der besten OrdM'^abzögen: aber der Herzog von Savoyen schlug es ihm ab; man weiß nicht war»^denn die von französischen Geschichtschreibern geäußerten Ursachen sind blosse Vermu-thungen ; der Sieg blieb unentschieden; der Verlust mochte ziemlich gleich seyn (*): ^hatten die Spanier einen erfahrnen und tapfern Feldherrn, den neapolitanischen O -ral Gambacorta dabey eingebüßt. Die Folgen der Schlacht beweisen es schon, ^.sie nicht so entscheidend für Frankreich gewesen, als damals vorgegeben ward.wenn auch der Herzog von davoyen einigermassen die weitem Eroberungen der Fr^zosen unter der Hand zu hindern gesucht hatte; so konnte doch dies nicht offenbarschehen: vielmehr war die Uneinigkeit und Eifersucht der Bundsgenossen schuld, ^nichts Beträchtliches geschah, und sie unverrichteter Dinge das Maylandische verliefZu diesem Schritt fand der Herzog von Savoyen einen rreflichen Vor^«n dem Einfall der Spanier in Piemont unter dem General, Don Philipp von dVa, der einige geringe Oerter wegnahm, und die ganze Gegend um Vercelli verhe^Noch trauriger war das Schicksal der Parmesanischen Staaten, die Don Mar^von Aragon ganz unmenschlich behandelte. Durch den spanisch gesinnten Pabst/ ^bey dieser Gelegenheit als Oberlehnsherr von Parma sich zeigen wollte, kam dernoch tiefer in das Gedränge: doch hemmte endlich der Marschall von Errees durch ^ne Vorstellungen gewaltthatigere Handlungen. Der König von Frankreich wollteseinem Bundesgenossen helfen; es war ihm unendlich daran gelegen, daß ein Heck/^sich für dessen Vortheil fast ganz aufgeopfert hatte, gerettet würde; denn in derkonnte dies den französischen Absichten viel schaden, wenn jetzt die andern italierill l'Fürsten sahen, daß Frankreich nicht Kräfte genug besitze, seinen Freunden zusie waren also auch wider ihren Willen genöthigt, spanische Partey zu ergreifen. Achelieu gedachte zwar dem Herzog zur See Hülfe zu schicken, aber Genua wollte ^französischen Völkern den Durchzug nicht verstatten, und die übrige Armee der Veck ^denen schmolz täglich. Crecsiu konnte es überhaupt bey dem gewöhnlichen RegE^tcr im Herbst nicht wagen , mit seinen geschwächten und abgematteten Leuten durchMaylandische ihm zu Hülfe zu kommen, so sehr er es auch immer wünschte. ^ ,Unglücksfällen der Franzosen in andern Gegenden muste sich der Herzog von

(*). Ohngefahr 1500 Mann auf jeder Seite.