29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
Zl 5
» Der Herzog von Orkans war, wie gesagt, von der Belagerung der Stadt r6z6rveg und nach Blois gegangen. Der Graf von Soijsons blieb zwar bis ans Der Herzoge dex Belagerung, begab sich aber gleich hierauf nach Scdan, weil ihm der König ^ ",
de» ^"E verdächtige Art anlag, nach Paris zu kommen , und von den Kriegsbeschwec- Soisson^ sinder j?''bzurubcn. Der Herzog von Orkans bestärkte ihn in diesem Argwohn, indem mißvergnügty Ein Briefchen zeigte, worinn ihm berichtet wurde, daß man sie beide in Verhaft und entferne»se ivolle. Viele glaubten, der Kardinal habe selbst dem Herzog von Orkans die-st., ^nmrg geben lasten, weil er gewünscht hätte, die beiden Prinzen vom Hof zu ent-selba^' Eine sehr unwahrscheinliche Meinung, wenn man bedenkt, daß Richelieu8a, ^ stärksten um ihre Rückkehr bemühte, daß ihre Entfernung seinen Absichteny Entgegen lief, daß er einen Vergleich mit ihnen schloß unter Bedingungen, die sei-lia ^nkart entgegen waren, und die nur die Furcht von ihm erpreßte, zu den auswar-Kriege» noch einen innerlichen zu bekommen. Glück genug für ihn, daß sie beide^Ichiedene Platze zu ihrer Zuflucht wählten. Er konnte nun mit jedem besonders han-Zuerst mit dem Herzog von Orkans, der sich endlich bewegen ließ, dem Staats-si: ^r Chavigm eine Schrift einzuhändigen, worinn er verlangte, daß der Königihr ^Ermählung für gültig erkennen oder befehlen sollte, daß ein förmliches Urtheil über. / Gültigkeit oder Ungültigkeit abgefaßt würde; daß man ihm einen SicherheirsplaßH^n sosj^ im Fall seine Heurath für nichtig erklärt würde; und daß man mit demh^^u von Gorflötts glimpflich verfahren sollte. Mit diesem ließ man durch den Herrnd ^ 2 >iancourr handeln. Die beiden Prinzen, die verabredet hatten, daß keiner ohneva„ ^Ern einen Vergleich schließen sollte, beobachteten diese Abrede Anfangs sehr ge-Dies verlängerte die Unterhandlungen, und vergrößerte die Unruhe des Kardi-sxj ' Der Graf von Sor'jsöns verlangte, daß man dem Herzog von Orkans alleForderungen bewilligen, und ihm selbst einen anständigen Sicherheitsplah anwei-H ^Ute. Richelieu suchte hierauf den Herzog von Orkans durch den Grafen vonund den Herrn von Lhavigni zu gewinnen. Der Prinz, von Natur sehr>,^"Mosten, wüste nicht, was er thun sollte. Einige seiner Hofleute, die gern einensei^löhnlichen Haß zwischen ihm und dem Hof gestiftet hatten, riechen ihm, wegenRückkehr solche Bedingungen zu fordern, die man ihm, wie sie hosten, nimmer-lle di ^estehn würde: andere, welche die Absichten des Kardinals und das wahre Be-schwachen Prinzen zu befördern trachteten, redeten ihm zu, znit den angebete-te tzj ^dingungen zufrieden zu seyn. Daher zog er bald gegen Richelieu los, und woll-«bx^ktcrhandlungen, die ihm alle betrügerisch vorkamen, auf einmal abbrechen: baldGxgf ^En er zum Vergleich sehr geneigt. Endlich verlohr er alles Vertrauen zu dem^ste d (buiche, als dieser über der Tafel des Herzogs beim Trank einige Geheim-dgß Es Kardinals offenbahrte, und von seiner Ergebenheit gegen denselben auf eine"Ze königliche Haus verkleinernde Art sprach.
seig y, Da sich der Vergleich des Herzogs von Orkans mit dem Hof verzögerte, und 1637
dtg Z?'Emhalt zu Blois immer unsicherer wurde, so rieth man ihm, zu dem Grafenl>»d ^ ^ffssns »ach Sedan zu fliehen. Mehr als einmal entschloß er sich auch dazu,sollte ex f^Ehte so gar Anstalten zur Reise: allein, wenn es nun fortgehn sollte, so^bd- ak hätte er das Podagra, oder er fand einen andern Vorwand zum Auf-E Reise. Die beiden Parteien, die ihn umgaben, regierten ihn wechselöweise,
Rr
so