Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

r 6z 7 so daß er alle Tage, ja bisweilen alle Augenblicke seinen Vorsah änderte. DiejeMZ ^die einen Vergleich wünschten, beredeten ihn endlich, den Herrn von LhaudeboNnach Hof zu senden, und zu verlangen, daß man ihm Freiheit lassen sollte, sich ^Belieben einen Aufenthalt zu wählen; ferner, > ihm gleich nach dem allgemeinen Friede ^schluß alle seine Schulden zu bezahlen; rhmjeht gleich eine gewisse Summe und 100"°Thaler zur Ausbeulung eines Schlosses auszuzahlen; seiner Gemahlin, wenn sis'Frankreich seyn würde, ein anständiges Jahrgeld anzuweisen; ihm seine Gelder ^mehr durch den Herrn von Büllion auszahlen zu lassen, dessen Verweigerungen "Verzögerungen ihm unerträglich wären; und keinen von seinen und des GrafenSoissöns Dienern wegen des Vergangenen anzufechten. Richelieu fand diese D ^schläge nicht nach seinem Geschmack, und er riech dem König, nur folgende Punkte s.bewilligen: Die Vermahlung des Herzogs zu genehmigen, und dem Grafen vonsöns das Gouvernement von Mouzon zu geben; beiden freizustellen wo sie sich alEten wollten; ihnen zu versichern, daß keiner ihrer Diener wegen des Geschehenen les^sollte. Zugleich forderte der König, daß der Graf sich bey seinem Aufenthalt zuzon als ein wohlgesinnter und treuer Unterthan aufführen, und weder mit.fremdenmit sonst verdächtigen Personen Verständnisse unterhalten, und dem Herzog von ^leans in seinen Anschlägen nicht beförderlich seyn sollte, wenn er etwa künftig wz.Pflicht wieder vernachlässigen würde; welches man auch von dem Herzog in Ansehtdes Grafen verlangte. .

Beide Prinzen beharrten bey ihren Forderungen. Daher riech Richelieu ^König, bis nach Orleans zu gehen und seinen Bruder in Blois durch seine Haustruff-Am ri.Zan. einschließen zu lassen. Der König rechte würklich nach Fontainebleau, und die .

gin folgte ihm. Er ließ den Prinzen von Londe als Oberbefehlshaber zu Paris,schickte den Herrn von Leon-Brülart zu seinem Bruder, ihm zu melden, daß er ^dem Wege zu ihm wäre, weil er sich weigerte zu ihm zu kommen. Diese Nachs^machte den Herzog äusserst bestürzt, so daß er im Begrif stand, nach Sedan zu siieh^allein die Furcht, unter Wegs aufgehalten zu werden, hielt ihn zurück. Er ließ ^König bitten, nicht weiter zu gehen, indem der Pater Gondren, sein Beicht^mit billigen Vorschlägen zu ihm kommen würde. Der Pater kam, und fand den ^Nig entschlossen, die beiden Prinzen mit Gewalt zu demüthigen: dennoch versprach ^der König nach einigen Unterhandlungen, nicht über Orleans vorzurücken, wemss^Bruder zu ihm kommen und sich mit ihm vergleichen würde. Aus Furcht schiengeneigt dazu: allein, da er besorgte, man möchte ihn in Verhaft nehmen, ss sihm Ludwig aufsein königliches Wort versichern, daß er ihn sogar aus deM llassen wollte, wenn er Lust dazu hätte; eben dies versprach Richelieu in einem ^bey seinem Leben und bey seiner Ehre.

N r 1 '-i> des Durch so ausdrückliche Versicherungen ließ sich endlich der Prinz vollksM^

Hcrwas von berchlgen; und er schloß einen Vergleich-, nach dem Entwurf, den ihm derOrkans mir EhLvigrri vorlegte, und worinn der König erklärte, daß er dessen Vermählung ^dem König, migen wolle, wenn er nicht auch die schlimmen Gesinnungen des Herzogs vonL§^^

gen mit annehmen, sondern dem Interesse der Krone vollkommen zugethan bleibente, und wenn er die Vermählung nach den Reichsgesehen und mit den gewohsM ^ >Feierlichkeiten in Frankreich vollziehen würde. Dagegen muste der Herzog eine