Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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z rg 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

r 6z 7 dem schölten Fraulein von la Fayette, die dem König sehr gefallen hatte und die ^

chelieu deswegen auf eine feine Art ins Kloster gebracht hatte, wo sie aber 2-udrv Limmer noch flüssig besuchte, ein geheimes Verständniß habe, und daß beide an „Fall gemeinschaftlich arbeiteten. Der König schloß sich oft ganze Stunden lang MÜ!nem Beichtvater ein, und fand in besten Gesprächen eine einnehmende Aufrichtigkeit/-er bey denen vermißte, mit welchen ihn Richelieu auf allen Seiten umseht hatte. ^her fanden die Vorstellungen des Jesuiten starken Eingang in das Gemüth des Kö>"^'Sie bezogen sich vornämlich auf die fortdaurende Landesverweisung der Königindie man in so grosser Dürftigkeit ließ, daß sie nicht emmal die unentbehrlichsten 9 A ^wendigkeiten bekam, und diese Vorstellung schien den König zu rühren; ferner, auf^.allzugroste Macht des Kardinals, der das ganze königliche Ansetzn besitze, lind dem ^nig nichts als den Namen übrig lasse; weiter, auf die Unterdrückung des Volks/ ^ !durch die unerschwinglichen Auflagen in das gröste Elend versetzt sey; endlich auf ^^Vortheil der römisch katholischen Religion, der durch den Beistand, den Richelieu ^ .Schweden und den teutschen Protestanten leiste, völlig aus den Augen gesetzt nE !Von allen diesen Materien hatte der König bisher ganz andere Vorstellungen gehabt- ^glaubte, seine Mutter wolle ihn vom Throne flössen und den Herzog von Orleaus ^auf setzen; der Kardinal sey ihm nothwendig um sich auf dem Thron zu erhalten, uM ^müsse ihm zur glücklichen Verwaltung der Reichsgeschafte so viel Gewalt lassen, a>^besitze; das Volk sey nicht so unglücklich und mit Auflagen zu sehr beschwert; er fäh^nen gerechten und nothwendigen Krieg mit Spanien, und die Unterstützung der ^stauten lasse sich durch die Staatsklugheit gar wohl entschuldigen. Allein, nun ^er an, in den meisten Punkten anderes Sinnes zu werden, und vornamlich das h^..sche Betragen des Kardinals zu verabscheuen. Richelieu, dem die häufigen U»c<düngendes Königs mit dem Beichtvater sehr verdächtig wurden, kam öfters,zu unterbrechen, und die Gegenstände ihres Gesprächs zu erforschen: aber mangieng ihn. Der König wüste so viel Latein, daß er die Bibel in der so genannten ^gata lesen konnte. Er machte sich Auszüge daraus und verschiedene kleinegen von Andachten zu seinem Gebrauch, die er nachher im Louvre 1642 drucken ^Wenn der König eine solche Sammlung zu Stande gebracht hatte, so zeigte er sie ^Pater Laußin; allein man sprach inzwischen von der Staatsverwaltung und den'^tragen des Kardinals. So bald aber dieser kam, siengen sie an, in dem GebetbE^,lesen, eben als wenn dies ihre einzige Beschäftigung wäre; und der Kardinal giefill ^mal sehr vergnügt weg, weil er von den Andachrsübungen des Königs nichts schi'^:besorgte. Laußin glaubte nun auch, der Ausführung seines Entwurfs nahe Z" n „1

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er besaß aber zu wenig Klugheit dazu. Er erhielt eine Gnade vom König, dieder Hofnung bestärkte, daß es thm nicht schwer fallen würde, eine Aenderung des szen vom Kardinal eingeführten Regierungssysiems zu bewürken. Richelieuwohnt, meistens solche Personen zu den Bißchümern zu ernennen, die nur dem ^nach Geistliche, in der That aber Weltleute waren, und statt in ihren Kirchenstü Arzu bleiben , in den Krieg giengen. Eaußm aber führte dem König seine Pflicht^>1müthe, die erledigten Pfründen würdigern Personen zu ertheilen, und empfahl sd -. e'"dem erledigten Bißthum Mans den königlichen Almosenier la Akte Dernennte ihn auch wörtlich zu dieser Würde, ohne vorher, wie er doch sonst gewoh'" ^,1