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Kriegsver-
zz6 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
die alle Grausamkeiten der Hungersnoth ausgestanden hatte, sogar daß man dieHöfe mit Wachten besehen muste, um die Menschen abzuhalten, daß sie nicht die ftichausgraben und essen möchten. Die Besatzung, die mit allen Ehrenzeichen ausM.durfte, war nur noch 400 Mann stark, war aher noch mit Kriegsbedürfnissen reicy»^versehen. Blos an grossen Kanonen fand man i z 5 Stück. Herzog Bernhard, °gegen das Ende der Belagerung wegen seiner immer mehr zunehmenden Krankheit ^Grafen von Guebriam das Kommando hatte überlassen müssen, versah den Platz ^einer guten Besatzung unter dem tapfern Schweißer, Obrist Erlach °). ^
.^ . Der Feldzug in Italien, der für Frankreich bey weitem nicht so gut ablief, ^
richtungen in der im Elsaß, sieng gleich mit einem unglücklichen Zufall an, der dem König von Fc^Italien. reich einen seiner besten Feldherren entriß. Der Marquis von Leganez hatteAm t i März unvermuthet die Festung Brcma, die der Kommandant, Herr von Momgailla^nicht in gehörigem Zustand erhalten, angegriffen. Der Marschall von Lrequi l?.,§die erste Nachricht davon mit grosser Befremdung; es war ihm an der ErhaltungPlatzes unendlich viel gelegen. Richelieu pflegte ihn einen Dorn in den Füsse"Spanier in Rücksicht des Einganges von Mayland zu nennest. Lrcqtli ließ alsoAufenthalt einige Barken ausrüsten, sie mit Soldaten zu besehen, und sie mit alle" ^Brema mangelnden Bedürfnissen anfüllen. lTlcftrer führte sie auch glücklich denhinauf: allein, man wüste französischer Seits nicht, daß schon der halbe Monddie Anhöhe zwischen der Festung und dem Po beseht war. Es kam daher zu e^hartnäckigen Gefechte, wahrend dessen zuleht noch zwey oder mehrere hundert Fra"^fen in die Stadt kamen. Der Rest ward von den Spaniern mit wielem Verlust z"^.,getrieben, und von den Barken waren zwo zu Grunde geschossen. Dieser mißluE,Anschlag schreckte den Marschall von Lrequi keineswegs ab, neue Versuche zur
freiung oder Verstärkung des Plahes zu machen. Er begab sich mit fünf oder >,,Der Marsch. Personen von Casale aus auf den Weg nach Brema, um die spanischen Anstalten, ^von Crequi sonders aber die Batterien selbst zu betrachten. Indem er nun hinter einem 2 )"^wird erjchosi eilt Fernglas alles dies beobachtete, so ward man in dem Quartier des Grafen^,März Bolognino seiner gewahr. Ein Artillerist zielte nach ihm, und traf ihn mit einer Nj,!m 17 -^«Eonetkugel so, daß er auf dem Plah blieb. Lrequi war ein tapferer und versus
Feldherr, den aber das Glück nicht allzeit begleitete. Er war seht, als er sein Lebe»lohr, bey Hofe nicht mehr gelitten: gleichwohl bedaurete man ihn, und fein unvck^-thecer Tod war in der That für Frankreich ein grosser Verlust. Er zog unmittelbar ^Uebcrgabe von Brema nach sich; denn der Befehlshaber dNontgaillard sahe siebohne Hofnung eines baldigen Entsatzes, und Leganez verdoppelte den Angrif.
Am 27 März diente jenem zum Verwand, sich zu ergeben. Er hatte als ein habsüchtigertheils durch den untergeschlagenen Sold der Besatzung, die er für stärker, als si^lieh war, ausgegeben, theils durch die in dieser Gegend getriebene Handelschaftmein grosse Reich chünrer zusammen gebracht. Nicht ohne Ursache befürchtete er,
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