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29. Buch. Ludwig der Dreizehme. Z45
abwarten: weil er aber sahe, daß er immer heftiger wurde und daß die Nacht-! verkam; so wüste er nicht, wohin er sich wenden sollte, zumal, da im Louvre nichtsBequemlichkeit eingerichtet war. Gmtaur, Hauptmann der königlichen Leib-dems- s'" kecker und freimüthiger Mann, den Ludwig wohl leiden mochte, trugihr ^nig vor, er würde ganz bequem bey der Königin speisen können und ein Bett in^ M Gemächern finden: aber Ludwig verwarf den Vorschlag, als seiner Neigungabe - ^ lebte immer noch der Hofnung, daß das Gewitter aufhören würde: da es? Unmer mehr zunahm, so wiederholte Guitaut seinen Einfall, und fand damit ge-iu e^^ Gehör; der König machte ihm jetzt nur noch den Einwurf, die Königin speisek»,, für ihn: Guitaut aber versicherte, sie würde sich gern nach dessen Bequemlich-erla ^ken. Kaum hatte er unter dieser Bedingung die Einwilligung des Monarchenexs so begab er sich eiligst zur Königin und gab ihr Nachricht davon, die dann sehrliek über den ganz ««vermutheten Besuch war, zu rechter Zeit die Mahlzeit bereiten
nur ihrem Gemahl speißte und die Nacht in seiner Gesellschaft zubrachte. Neunhernach ward Ludwig der Vierzehnte gebohren, der dann drey Zahne mitgen'^ brachte, und damit seinen Säugammen sehr beschwerlich fiel, so daß man. vthjgex war:, einer Bäuerin dieses Amt zu übergeben, die den Schmerzen, den ihrbt junge Prinz durch sein Beissen verursachte, nur zweimal aushielt, und das drittezuschlug, wodurch sie ihm das Beissen abgewöhnte. Die Hofschmeichler verglichenN deswegen mit dein Herkules, der auch Zähne mit auf die Welt gebracht haben sollte.
^er damalige schwedische Gesandt« zu Paris, der berühmte Hugo Grotius, machte'"e ganz andere Auslegung, die auch hernach leider! in Erfüllung gieng. Er schrieb''den schwedischen Kanzler Oxenftierna, es sey dieses Beissen des jungen Kronerbenhi,^. Vorbedeutung künftiger Hab'-und Länderbegierde; Frankreichs Nachbarn, sehte erM, dürfen sich immer vor dieser Gierigkeit in Acht nehmen u).
Gegen das Ende dieses Jahrs verlohr Richelieu seinen vertrauten Freund Am Dec.srik- 'k.gebec, den Kapuziner Joseph, im ü-sten Jahr seines Alters. Er war schon Der Kapuzi-^ zwey Zähren zur Kardinalswürde bestimmt, und man wollte ihm das Erzbißrhum - 2 °leph^ »Ns ertheilen, welches der Prinz Heinrich von Lothringen, der den geistlichen ^gea-^ verlassen wollte, aufzugeben gesonnen war: allein, der Pabst hatte sich stets da-erbo ^^ht. Weil Richelieu manchen Anschlag aus dem Gehirn dieses KapuzinersHz A und dadurch einen grossen Theil von Europa in Bewegung geseht und manches Wanderung bewürkt hat, so betrachte man hier nur die Hanptzüge von dem Leben die-y^Mlagenen Ordensgeistlichen. Sein Vater, Johann le Clerc dü Tremblay,
"Nd A^sident bey der Kammer der adlichen Rechtshandel, Bothschafter zu Venedig,
^?uzler des Herzogs von Alen^on. Der berühmte tNuretus bildete das ausser-fähige Genie des jungen Trcmblay. Wegen seiner Beredsamkeit und Ge-c»,g j'ü)keit in Verfassung schriftlicher Aufsähe, wollte sein Vater einen Staatsmannvds^vfmachen' allein, er verliebte sich im sechzehnten Jahr seines Alters in eine alte'hn s ^ame, und der Widerstand seiner Eltern gegen diese seltsame Neigung machte'v unwillig, daß er plötzlich in den Kapuzinerorden trat. Als er im Jahr 1615 zuu) Tours
x. 76«. chw- «IK. I.. 6. p. Z 4 I stl- Vergl. ^0»- D 9.
^ D i. PLA. 128 sq. k. r. x. i Schlegel Th. 8. S. 7;; u. ff.
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