Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. Z47

erlaube. Man schlug ihr dabey vor, sich nach Florenz zu begeben, wo man^it ansehnlichere Summe, als sie bisher in den Niederlanden genossen, aus-nick " ^^de. Die Königin ließ sich durch die schlechte Würkung ihres ersten Versuchsb -^Erschrecken, und hoste, durch Vermittelung des englischen Hofs und des Herrn. , ürevre, ordentlichen französischen Gesandten zu London, eine günstige Antwort

^ ^'<Mgen; allein, dieser hatte ausdrücklichen Befehl, keinen Besuch bey ihr abzustat-Nnik^ alle Zusammenkünfte mit ihr zu vermeiden. Dennoch konnte er einmal nichtvoll a , mit ihr zu sprechen, da sie ihm denn ihreNoth kläglich schilderte, die hofnungö-"uestcn Versprechen wegen ihres künftigen Betragens that, und zuletzt dem Gesandten^ktrug, dies dem König zu berichten. Bellrevre entschuldigte sich mit den königlichen^fehlen, stattete aber doch auf Betreiben der Königin von England Bericht davon ab.

. ^ Antwort war für die Königin Mutter eben so unangenehm, als die vorhergehen-s Der König sagte, sie sey von einer Gemüthsart, die ihr selbst und andern be-Merlich tvare, indem ihr Zufriedenheit und Gelassenheit fehle; sie habe sich in ihr

Glück

nicht zu schicken gewußt; sie sey auch in den Niederlanden immer mißvergnügt ge-

und da sie bey der außerordentlichen Gewalt vor ihrer Entweichung aus demvnjgxeich nicht zufrieden gewesen, so würde sie es setzt noch weniger seyn, da man ihr^lie so grosse Macht mehr zugestehn könne. Ihre Wiederaufnahme würde allen Miß-vergnügten im Reich neuen Muth machen, und ihr Gelegenheit geben, zum Besten der-Iklben und der Spanier zu würken. Am besten war' es also, wenn sie nach Florenz8ienge, wo sie einen standesmässigen Unterhalt bekommen sollte.

^ Die Königin von England, die den betrübten Zustand ihrer Mutter sehr zusskrzen nahm, schrieb endlich selbst an den König und an den Kardinal, und bemühtesie auf gelindere Gedanken zu bringen. Sie brachte es auch dahin, daß A.arlkn Lord Germain in dieser Sache nach Frankreich schickte. Weil Richelieu sahe,^ der König diesen Gesandten anhören wollte, und mit Grund befürchtete, dessen^stMing^ möchten die Harte des Königs gegen seine Mutter besiegen; so schlug er,^ sein Rath in dieser Sache dem König verdächtig seyn konnte, selbst vor, daß erdem Lord zu ertheilenden Antwort die Gedanken seiner unparteiischen Staats-hören möchte. Richelieu war überzeugt, daß keiner von ihnen sich unterstehndie Rr/ ^lien seinen Wünschen widrigen Rath zu ertheilen, und daß ihr 'Ausspruch fürIj^ Mutter des Königs nicht günstiger ausfallen würde, als die seinige. Der Königüch den Vorschlag gefallen, und befahl dem Kanzler Segmer und den Herren voninsb e ^ Bourhlllrer, Lhavigni und Desno^ers, daß jeder von ihnen für sichJ^^ndere sein Bedenken über folgende vier Fragen schriftlich ausstellen möchte: ob diehyc s ^ der Königin Mutter für die Person des Königs und des Dauphins vortheil-Ijch ^Y, und ob sie mit dem Wohl des Staats bestehn könne ? 2) im Fall sie für dien-p^^-.lten würde, an welchem Ort sich die Königin aufhalten solle? 3) wenn sie fürlych? gehalten würde, ob es alsdenn nicht rathsam wäre, etwas zu thun, das ent-den Ausländern oder den Personen, die ihr im Reich zugethan wären, einigezü 1 .?"^ dazu geben könnte, und ob man einige Unterhandlungen anzufangen habe, dieAchter Rückkunft den Weg bahnen könnten? 4) was man den Engländern zu ant-ihc^^^be, die verlangten, daß man der Königin den Genuß der Güter, die sie vorEntweichung besessen, wieder lassen, oder ihr wenigstens so viel geben sollte, daß

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