Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
348
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Z48 Buch. Ludwig der Dreizehnte.

r 6zz sie zu London standesmassig leben könne? Die Beantwortungen dieser Fragen würd"'alle sehr sorgfältig ausgearbeitet, und mit einem Schein des Glimpfes und der Mall'gung abgefaßt, der sehr geschickt war, den König einzunehmen. Das GutachtenHerrn von Borithllller, der ehedem erster Sekretar bey der Königin Mutter gews'^war, fiel noch am günstigsten für sie aus. Die übrigen stimmten alle gerade zu ausimmerwährende Verbannung -ersclben aus Frankreich, und wollten ihr ihre Gelder "alsdann ausgezahlt wissen, wenn sie sich in ihr Vaterland nach Florenz begeben wü- .Richelieu kehrte sich an. keines dieser Gutachten, sondern hielt für das Beste, w"man die Entscheidung dieser Sache bis auf den allgemeinen Friedensschluß versck^!ohne der Königin Mutter Erbietungen oder Vorschläge zu thun. Dieser Meinungmäß ward auch die Antwort eingerichtet, die der König dem Lord Germam gab,dadurch der Königin Mutter alle Hofnung benommen wurde, die Harte ihresjemals zu überwinden >)). .

»6zy Frankreich stellte in dem Zahr i6zy gegen die Niederlande dren Armeen >!'

Kriegerische Feld. Die erste unter dem Generalfeldzeugmeister la Meilleraye sollte in Artoisdm Niederringen; die zwote unter Anführung des Marquis von Feuquieres sollte das HeElanden. thum Luxemburg angreifen; die dritte war zur Unterstützung der beiden andern bestinll"iund hatte den Marschall von Lhatillon zum Oberbefehlshaber, der vor kurzem ^

aus dem Ort seiner Verweisung zurückgekommen war. Der Herzog von NOeimsrte an der Gränze von Deutschland und in Hochburgund die Eroberungen fortsetzen.- ,Kardinal la valette fuhr fort, in Italien zu kommandiren, und der Prinz vonde sollte mit einem besondern Heer in Roufsillon einbrechen. Der Erzbischof ^Bourdeaux und der Graf von Harcourt führten die Flotten an, jener auf demdieser auf dem mittelländischen Meer; und die Anführung der Galeeren ward deniM"quis von Breze, einem Sohne des Marschalls dieses Namens, anvertraut.

Die Kaiserlichen und die Spanier rüsteten sich auf allen Seiten zurwehr, und eröfneten den Feldzug mit einem Sieg über den Marquis von Feuqttierd.Dieser sollte den General piccolommi beobachten, der nach Flandern ziehen lind Vden Truppen des Kardinalinfanten stossen sollte, und wofern plccolommi entsi^,bliebe, Diedenhofen belagern. Dieser Platz war sehr fest , und obgleich FeuquickMuth und Geschicklichkeit besaß, so hatte er doch wenig Neigung eine so wichtige ll"",,nehmung zu wagen, da er nicht mehr als höchstens 9000 Mann zu Fuß und 40^ ^Pferd hatte: allein, die Furcht, dem Kardinal zu mißfallen, erzeugte bey ihm bli"^Am 19 May. Gehorsam. Feuquieres sieng also an, den Ort, der mit einer geringen BeEj-versehen war, förmlich zu belagern. Er war aber noch nicht mit der BefestigUNS ' ^Am 7 Zun. nes Lagers und den Belagerungsanstalten fertig, als ihn piccsäomini mit einer

legenen Armee von 16000 Mann im Lager so unvermuthet anfiel, daß er seine l"nicht in gehörige Schlachtordnung stellen konnte. Ein Regiment nach dem ar>^ward einzeln geschlagen. Die Reuterey that ihre Schuldigkeit nicht, wenigstenssie sich nicht so brav als das Fußvolk. Feuquieres sammlece seine Leute einigemalvergebens. Er ward verwundet und nebst einer grossen Anzahl Officiere und

y) IV i. p. 261 Iqq.

P. 77^- 7?6. är>rV. z. p. üz81hg- Vergl. /e ^D 9. ?. 2.

I.. 44. p. 25.4s. Griffet Th. 14. Seit'129. Schlegel Th. 8. S. 759-766.