29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. Z5Z
Hülfe der Spanier zu dem Besitz der Vormundschaft zu gelangen. Die beyden 1639sen^" "lachten also mit dem spanischen Hof einen Vertrag, wodurch sie gewissermas-w s^aven desselben wurden, so wie sich ihre Schwägerin den höflichen und listigenten - ^ Kardinals Richelieu unterwerfen mußte. Letztere machte alle Anstal-llück^ ^fl^rn Gegenwehr wider die Prinzen, die nun, es gienge auch wie es wolle,den kommen wollten. Zur Beförderung ihres Vorhabens ließ Legaue; durchj Eswftrn Don Martin von Aragon das feste Schloß Cencio in Piemont in denH Äschen Gebürgen angreifen. Don Martin ward aber noch vor dem würklichenäum grossen Nachtheil der Spanier getövtet. Don Sotello übernahm dessenerf^ 'md sieng die Belagerung mit allem Eifer an. Kaum hatte man dies in Turinsän, ^ ^ als der Kardinal von la Valette Casale verließ und seine Regimenter zu-lg Eben dies. that auf Befehl der Regentin der savoyische Feldherr von
Nick Beyde Armeen vereinigten sich, und kamen durch einen dreytagigen Marschvtu dom spanischen Lager an. La Valette unterstand sich nicht, es ordentlich^"greift,,, sondern hofre, durch beständige Beunruhigung die Spanier zum AbzugNjsck^^en. Es vergiengen auf diese Art einige Tage, bis endlich die Gedult des spa-2 Anführers ermüdet ward, und er sich entschloß, seine förmlich anzugreifen.
^ dey, Eude rückten die Spanier aus ihrem Lager heraus, und nach einem zweifelhaft" Gefecht trieben sie die vereinigte Armee zurück. Die Belagerten verlohren nun-Ee Hoffnung zum Entsatz, und da schon eine Sturmlücke geschossen war, so er-sie sich lieber auf billige Bedingungen, als daß sie das Aeusserste hatten ab-^ken sollen.
N Unterdes waren Prinz Thomas und Leganez von einer andern Seite inSieff^t eingerücket: Chivasso war der erste Ort, den sie durch List und ohne Blutver-svr'a einnahmen. Die Einwohner waren Anfangs wegen einer Plünderung sehr be-so? ^ doch da sie ihren Prinzen erblickten und die genaueste Mannszucht gehalten ward,verwandelte sich ihre Furcht in Freude, und sie waren die ersten Piemonteser, dietj^ Prinzen, als Vormund und Regenten den Eyd der Treue schwuren. Weil Tu-Unmehr in der augenscheinlichsten Gefahr stand, so verlangte die Herzogin flehent-Beystand der Armee. Diese war so eben bey Cencio geschlagen worden,
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den der Hauptstadt zu Hälfe. Jedoch Prinz Thomas hatte entweder von
sich günstigen Gesinnungen der Türmer keine hinreichende Nachricht, oder er hielth>t s^ äu schwach zu einer solchen Unternehmung; denn auf einmahl wendete er sichEn Leuten nach Jvrea, wo ihn die Einwohner mit grossen Freudensbezeugungen^>ex Der ganze Theil von Osta und das Canavesische folgten diesem Beyspiel.Neösiübergab die Regierung dieser Gegenden dem Cardinal Moritz, und beschloß^ sick^ ^urquisvonLeganezCrcseentino und Verua zugleich anzugreifen. Verua er-^ffcen Widerstand und der Kommandant selbst nahm bey dem Pinzen Dienste,^e d,^ ^d eben so besetzt: weil aber Leganez befürchtete, er möchte seine Ar-"iedexallzriviele Besatzungen schwachen, so ließ er die ohnehin schlechten Mauren" und es zu einem völlig offenen Orte machen. Hierauf giengen beydelgge^ b" auf Turin los. Sie bildeten sich ein, die Herzogin würde aus Furcht, be-iea die ^^den, die Stadt verlassen, und desto eher würden die Einwohner sich ge»empören und den Prinzen die Thore öfnen. Sie betrogen sich aber;
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