Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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Z54 29 - Buch. Ludwig der Dreizehnte.

i6zy die Herzogin überlegte es sehr wohl, daß ihre Gegenwart nöthig seyn würde, und

schloß daher, ihr Schicksal zu erwarten. Sie arbeitete mit vielem Muth und groll !Klugheit allen listigen Anschlagen des Prinzen Thomas und seiner Anhänger entgehDieser war in Hoffnung eines gewissen Glücks seiner Partey noch von der Stadt ^'fernt geblieben: als ihm aber diese Hoffnung fehl schlug, so näherte er sich, umGon^ >zu brauchen. Die Belagerung ward jedoch sehr schläfrig betrieben, weil Prinz M iMas und sein Bruder, der nun auch bey der Armee angekommen war, noch ünNtauf eine Empörung der Bürger zu ihrem Vortheil hofften. Die Anstalten der REtin vereitelten jalle dahin abzielende Anschläge. Um indessen nicht ganz müfsig zu ^tzen, ließ Leganez, dem die Zeit lang währte, Stadt und Schloß Ponte Stura ^obern. Endlich hob man die Belagerung der Haupstadt gar auf, während welcher dpäbstliche Bothschafter Lafarelli fruchtlose Friedensvorschläge gethan hatte. Kart"",Moritz begab sich wieder nach Jvrea; dem Prinzen Tbomas überließ Legane) ^nen ansehnlichen Haufen teutscher und spanischer Völker unter Anführung des Don 2-^lo della Gatts; er selbst wendete sich mit dem Rest nach Ponte Stura. PrinzipsMas nahm seinen Weg nach Villannuova d'Ach, nahm diese Stadt durch SturM ^und ließ sie ausplündern. Er versah sie hierauf mit einer guten Besatzung, undwieder zu dem Stadthalter von Mayland, der bisher Moncalvo vergebens belagert^te. Der Prinz bewegte den Marquis, einen besondern Haufen vor die sehr festeAsti zu schicken, die von einem tapfern Befehlshaber vertheidigt wurde, sich abergleich ergab, weil die Bürger, zum Theil auch die Soldaten sich sehr widerspenstig ^zeigten. Moncalvo gieng darauf auch über, weil der Kommandant ums leben gek^men war. .

Bey diesen sehr günstigen Umständen, da Leganez mit einer geringen 2Ein kurzer Zeit mehr gewonnen hatte, als er vorher mit der ganzen spanischennicht hätte ausrichten können, dachte er auf wichtigere Unternehmungen. Er wollte ierst Trino, einen ungemein festen Ort, wegnehmen, ob es ihm gleich die anderneiere einhellig widerriethen. Der Prinz war aber gleicher Meinung mit ihm,da eine Verstärkung, die der Marquis von la Ville noch vor der Belagerung in ^Stadt bringen wollte, von den Spaniern zerstreut ward. Der Platz wurde sehr ^haft angegriffen, aber die Gegenwehr war nicht minder heftig. Nach den Regeln s.Kriegskunst konnte noch an keinen allgemeinen Sturm gedacht werden, als sichThomas und Leganez wegen des grossen Eifers und der Bereitwilligkeit ihrer ^.

Am 4 May. baten dennoch dazu entschlossen. Ihr Vorhaben hatte den glücklichsten Ausgang; Ab-lief von vier Seiten Sturm und überwältigte die tapfere Besatzung, die mit ihren*führer des Marottes gröstentheils gefangen wurde. Die Stadt selbst ward völligplündert; die Beute war unermäßlich, weil man den Ort für unüberwindlich geh^'und daher aus den entferntesten Gegenden Reichthümer dahin geschaft hatte. , ^

Die Herzogin Regentin kam dadurch immer tiefer ins Gedränge, zunia^^neue kaiserliche ^Befehle viele Unterthanen abwendig von ihr machten und die längst-,sprochene französische Hülfe unterblieb und der Kardinal laValette mit seinenVölkern nichts ausrichten konnte. Die Umstände der Krone Frankreich in Rücksichtgen Kriegsunternehmungen gegen Spanien und Oestreich erlaubten gar wohl einestärkung der Armee in Italien: aber Richelieu wollte nicht eher der Herzog'"^

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