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Z56 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
6z 9 Kardinal die verlangte Hülfe, lind sehte sich mit seinen übrigen Truppen bey Santalba'^drey Meilen von Fossano.
Nach dem Entwurf des Prinzen Thomas sollte Turin durch UeberM»Iul. Wonnen werden. Zu dem Ende brach er mitten in der Nacht mit der ganzen Ar ^auf, um noch in der Dunkelheit die Stadt an vier Orten zugleich mit Sturmleiter»ersteigen. Die Befehlshaber mit ihren Truppen fanden bey der Ausführung dieses ^Habens grosse Hindernisse, überwanden sie aber glücklich, und drungen ohne gr^Verlust in die Stadt ein, aus der sich die Herzogin mir genauer Noth nebst ihrenwelen, den Garderegimentern und ihren meisten Staats-und Hofbedienten, in dietadelle hatte ziehen können. Am folgenden Tage kam auch Leganez mit seinerArmee an, und berathschlagte mit dem Prinzen über die Belagerung der Citadelle->ihrem äussersten Nachtheil wurden sie darüber uneinig, verschoben eine förmliche 2 )gerung, und verschanzten sich nur in der Stadt gegen die Citadelle. Darübernen die Bundsgenossen Zeit, der Herzogin endlich zu Hülfe zu eilen. Die Franz^läusserten auch hier ihre bekannte Lebhaftigkeit und wollten die spanische Armee sogleich^greifen: allein, die natürliche Langsamkeit des Kardinals la Valette hinderte die A..bräche ihres ersten Muths, bis er endlich durch das Anhalten der andern Generale
wogen ward, ihnen wenigstens zu erlauben, daß sie von der Citadelle aus einige
falle thun durften. Der erste geschah mit der gewöhnlichen französischen Hitze: sieden aber von den Spaniern so zurückgetrieben, daß sie nicht nur die meisten ihrerführer, sondern auch eine sehr beträchtliche Anzahl von Gemeinen verlohren. Einter Ausfall war nicht glücklicher, lind nun merkten sie wohl, daß sie sich die Wieder^. ^berung der Stadt Turin zu leicht vorgestellt hatten. Bey solchen Umständen rieche^ . ^französischen Feldherren der Herzogin, die Citadelle zu verlassen, ihnen die Werthsung zu übertragen, und sich nach Susa zu begeben. So ungern sie dies that, in 1dadurch die Französin diese wichtige Festung in ihre Gewalt bekamen, so konnte sie ^gegenwärtig keinen Ausweg finden. ^
Als die Herzogin die Citadelle verlassen hatte, so wendete zwar der Herzog..^ ^Lottgueville alles an, was zur Vertheidigung derselben dienen konnte: aber der^ jgel an Lebensmitteln und Kriegsbedürfnissen riß gar bald auch unter der franzölN^Armee ein, und die Soldaten, die durch häufige Märsche und andere MühsiE ^abgemattet waren, bedurften die Ruhe. Ausserdem bekam Longueville vonBefehl, daß er, so bald es die Umstände in Italien erlauben würden, Mt seinen ^Truppen nach Teutschland oder Flandern abgehen sollte. Diese Ursachen bewegtesHerzog zu einem Versuch, ob er nicht durch einen Stillstand den zu befürchtenden^lust der Citadelle hindern und zugleich seine Abreise aus Italien befördern könnte. ^Prinzen Thomas waren die Gründe des Herzogs nicht unbekannt; er wollte dahck ^ >keinem Stillstand hören, weil ihm wahrscheinlich die Erorberung der Citadelle^leicht fehl schlagen konnte, zumahl wenn der Herzog neuen Befehl erhalten sollte, nn^,heKern seiner Völker abzugehn: weil aber Leganez, der theils seiner Armee einigegönnen wollte theils den Prinzen hastete, geneigt dazu war, so mußte Thomasin diesem Stück nachgeben. Zu Valentins ward Waffenstillstand vom -4ten ^bis zum 24sten Oktober geschloffen, vermöge dessen Turin und die Citadelle in dcw ^gen Zustand und Besitz bleiben, und zwar so, daß einem jeden Theile ftey stehen 1 ^