Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

1639 ser Zeit ausgebrochene Unruhe in Katalonien erlaubten dem König von FrankreichVölker nach Italien zu schicken; und ein Waffenstillstand würde nicht ohneNachtheil erkauft worden seyn. Ehe nun Harcourt seinen Ruhm verdunkeln "seinen Vortheil fahren lasten wollte, so sann er auf andere Mittel zu seiner Rstti',Unter drey Wegen, die er wählen konnte, entschloß er sich zu dem, der am gefaN^sten schien, aber im Grunde es nicht war. Er wollte auf Carmagnola über Sa^,!ziehn, welchen letzter« Ort Leganez zwar verlassen Hütte, aber er mußte zwischen ? .rino und Moncalieri durch. Hier lag Prinz Thomas mit 2500 Fußgängers!rosa Reutern, und in Poerino stand Leganez mit 8000 Fußgängern und 3000-tern. Schlug er sich auch durch, so Hatte er noch eine Gefahr zu überwinden; ^jenseits Santena floß ein schmaler, aber sehr tiefer Strom, Po morto, über den ^eine hölzerne Brücke, alla Rotta genannt (*), geschlagen.war. Ward er nun ^von neuem angegriffen oder eingeholt, oder konnten die Spanier die Brücke abwAfzoder wenigstens stark genug besetzen; so war Harcourt unvermeidlich verlohren. ^aber die andern Auswege noch mißlicher waren und er mit Recht auf die Gesinnungner Landöleute, die bey einer grossen Gefahr auf eine romantische Art muthigrechnen konnte; so machte er der Armee diesen Entschluß bekannt, mit der Vorsiehwie es allemahl anständiger und ruhmvoller sey, mit dem Degen in der Faust zst ^ben, als sich zaghaft dem Feinde zu ergeben. So wenig er Hiebey Muthlosigkch^feinen Leuten merkte, so wollte er doch die Gefahr möglichst vermindern und die ^nier hintergehn. Er ließ daher einige Nächte hintereinander in seinem Lagerschlagen; das erstemahl waren die Spanier auf der Huth; da sie übersahen, ^

, nicht aufbrach und dies einige Nachte nach einander geschah, so wurden sie sicher, .l«,

Am 20 Nov. Harcourt konnte daher an dem Tage seines Aufbruchs ein ziemliches Stück ^rücklegen, ehe Leganez es bemerkte. So bald aber dies geschah, ward ztv^französische Nachzug angegriffen, aber nicht schnell und lebhaft genug, weil dierey zerstreut umherlag; hierzu kam noch, daß die Spanier nicht den kürzestenSantena zu trafen, und daher erst bey der Dämmerung an die Franzosen kamen- ^Reuterey war zwar vorausgeschickt, aber sie traf doch bereits den Prinzen Th^>bey gedachter Brücke mit dem Grafen Harcourt in vollem Kampf an.

hatte im gewissen Vertrauen, daß Leganez von hinten her anrücken sollte, dre

zosen nut grossem Muth angefallen, und man focht mit unentschiedenem Glück-Harcourt die spanische Reuterey kommen sah, so wendete er sich gegen sie, ustd ^mit Kartätschen geladene Kanonen würkten so stark, daß die Reuterey stehn blich/ ^,das Fußvolk zu erwarten. Indessen half dieser Angriff dem Prinzen nicht tverE ^Franzosen wurden über die Ankunft der Spanier ziemlich bestürtzt, und zögert ^rück, und mußten ihn in dein Besitz der Brücke lassen. Die Nacht war eingebroch' ^'Dunkelheit ungewöhnlich stark, und die Gegend voll Bäche und Büsche. Dt^.j/den Marquis von Lcganez von weitem Unternehmungen zurück, Harcourt hward durch diese Umstände ermuntert, den Prinzen noch einmahl anzugreifen' ^ließ er den Tag wieder anbrechen, so war noch weit weniger Hoffnung zu seinerübrig. Er saß zwischen zwo feindlichen Armeen; und die Brücke mußte zuvor

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(*) Davon nennten hernach die Franzofen das dabey vorgefallene Gefechte ^