Z94 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
»641 ten, und Katalonien mit der Zeit in Frieden zu behaupten, war gar nicht wahchch^,
lich; viel Geld herauszuziehn, war noch weniger zu hoffen. Auser andern Umstandhinderten dies schon die von den Kataloniern vorbehaltenen Bedingungen; dennder französische Hof sie hatte übertreten wollen, 'so würden die Katalonier ihre Och.nungen schnell verändert haben, weil sie wußten, daß Spanien allzeit und auf die ^ligsten Bedingungen sie wieder begnadigen würde. Dies waren auch wohl die Gau'warum Ludwig zwar diese Ergebung mit äusserlichem Vergnügen empfieng, diedingungen aber erst am 19ten September zu Peronne beschwur. Selbst unter den ^gefallenen Kataloniern waren viele, die diese Unterwerfung verabscheuten. Untersmußten sie seht in der Noth in ihrer Widersetzlichkeit gegen den Madrider Hof fossi^sren und sich nach den Vorschriften des damahligen französischen Befehlshabers zucclona, Herrn von plessis, bequemen. Der Marquis de los Veles siichte denAm -s.Zan. befestigten Berg Monjui bey Barcelona zu erobern, hatte auch schon einige Werkesetzt, ward aber durch die verzweifelte Gegenwehr der Katalonier mit grossem VeMzurückgetrieben, wobey auch der Herzog von S. Georg erschossen wurde. Wahl"'des Rests des Winters machte man neue Anstalten gegen die Aufrührer, die desw^üzu wiederholtenmahlen durch ihre Gesandte und Geisel den König von Frankreichschleunige und hinreichende Hülfe baten. Anfangs gab man ihnen wenig Hoffm»'^endlich aber drung Richelieu durch, und man beschloß, Spanien von dieser Seite ^Am 1-FeLr. nachdrücklich anzugreifen. Zu dem Ende ward der Herr von Argenson als Bevemächtigter nach Barcelona abgefertigt. Der Graf von la Matte, Hc>udancourk°kam zugleich Befehl, mit ohngefähr 5000 Mann nach Katalonien zu gehn, undErtzbischof von Bourdeaux mußte die Flotte zum Auslaufen rüsten. Richemtrug ferner dem Marschall von Schomberg, Statthalter in Languedoc, auf,Herrn von !a Motte in allem behülflich zu seyn und selbst Völker zu werben und ^lioure zu belagern. ..
Argenjott sagte den versammleten Häuptern der Katalonier in einer weiu^figen Anrede, daß sein König allzeit vortheilhafter für sich handeln würde, wenn er ^Italien den Krieg eifrig fortsetzte, und Mayland eroberte, worauf er ohnehin eine" .'rechtmassigen Anspruch hatte, als daß er sich in die katalonischen Handel einließe; er^te blos ihre Bitte erfüllt und ihre Ergebung angenommen, um sie von den Bedrück*.gen ihres bisherigen Königs zu retten; aus dem Beyspiel der abgefallenen Niederla"sähe man, wie die Krone Spanien standhaft und des häufig erlittenen Verlusts ^geachtet nicht aufhöre, sie zu bekriegen; die Katalonier hätten kein anderes Schicksal l!"warten, und der König sein Herr könne daher ihnen! keine andere Versprechen ^als in so fern sie mit den jetzigen Umstanden übereinstimmten. Diese bedenklichefetzte die Katalonier in Erstaunen, so daß sie nicht einmahl zu antworten imwaren, sondern dies in einigen Tagen zu thun versprachen. Diejenigen, die w/,ganz durch die Rache gegen Spanien verblendet waren, sahen deutlich ein, daßJoch abgeschüttelt sind das andere auf sich geladen hatten. Man will auch, daßdamahls Richelieu den Entwurf gemacht, Katalonien wie eine französischezu behandeln. Doch der Widerwille gegen Spanien und die Furcht vor der Bestk"^überwog alle andere Betrachtungen. Sie wollten sich lieber völlig zu den Füssen des ^nigs von Frankreich werfen, als in den Armen ihres rechtmassigen Königs, der ^