Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
521
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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

. ^ Fabett mit 15,002 Mann die Fortsetzung der Belagerung. Mazarim hatte 1654otesen, General die Ehre der Belagerung zugewandt, weil er ihn in Sedan, wo er Be-Wshaber war, bey seiner Flucht aus Frankreich aufgenommen hatte; aus Erkennt-Meit wollte er ihm nun zu den höchsten kriegerischen Ehrenstufen verhelfen (*). Tü-enne stlbst gieng über die Maas, um den Spaniern, die auf Anrathen des PrinzenvN Londe die Belagerung der Stadt Arras unternommen hakten, die Lebensrnittel ab,

^schneiden. Stenai hielt sich über einen Monat. Der König gereitzt durch die von seinenAbstellten an ihm verschwendeten Titel, eines Siegers und Eroberers, kam oftdahin, umk Arbeiten zu besehen, und die Soldaten durch seine Gegenwart anzufrischen. Man war-Je nur auf das Ende dieser Unternehmung, um das sehr beängstigte Arras zu befreyen.sobald sich Stenai ergeben hatte, führte der Marschall von Hocqmncourt die Belage^gskruppen demVicomte von Türenne zu, mit dem sich schon der Marschall von la Fer-bereinigt hatte. Türenne beschloß, mit diesen Truppen die schon sehr wohl befestigten Merkwürdi-gen zu überwältigen, und griff sie in der Nacht, kurz vor Anbruch des Tags, mit so der

. ^ern Glück an, daß die Spanier ihre ganze Artillerie und alles Gepäcke verlohren, ^ '.bb eine völlige Niederlage litten. Nur zwey französische und lothringische Regimen-^ hielten unter Londe's Anführung den Angriff des Marschalls von Hoequincourtschlugen ihn, so wie den Marschall von la Fertig, zurück, und deckten den Rück-»3 der geschlagenen Spanier unter dem Erzherzog Leovold, der nebst dem Grafen^enststdagna den Anschlagen des Prinzen von L-nde zuwider gehandelt und sich da-dieses Unglück zugezogen hatte.

Die Aufhebung der Belagerung von Arras war die erste Frucht dieses Siegs,;gd diese war desto wichtiger, weil Lsnde sonst in die Picardie hätte eindringen und^ Paris Schrecken verbreiten können. Die zwote Frucht dieses Siegs war die Ero-I"Ng der Stadt Quesnoi,die man als eine gute Vorbereitung zu dem künftigen Feld-Ag Zusehen hatte. Endlich rückte die Armee vor Elermont en Argonne, um durchAnnahme dieses Platzes den Feldzug zu endigen. Londe sammlete Truppen, um^ zu Hülfe zu kommen: aber Türenne's Wachsamkeit hinderte ihn. Vielleicht häc-Iu>an noch gröffern Nutzen von dem Siege bey Arras ziehn können, wenn die Armeeund öer Zustand der Finanzen besser gewesen wäre, und man folglich nicht so^ Nähe mit Herbeyschaffung der Lebensmittel und Kriegsbedürfnisse gehabt hätte.

Obgleich bey so glücklichen Unternehmungen die Zahl der Misvergnügten im- Der misver-Ib kleiner wurde, so verursachten doch die übrigen dem Hose noch immer viele Unru- gnügte GrafUnter diese gehörte der tapfere Graf von Harcourt. Er war genöthigt worden,v. Harcourt^ Belagerung der Stadt Villeneuve inAgenois aufzuheben, und hatte befürchtet, der "regt ^"ru-A°f möchte ihm dieses Unglück zurechnen. Ueberhaupt aber war er mit dem Kardinalh^bsrieden, der seine Dienste nicht allemal so erhoben und belohnt hatte, als er es zu gec il-n.h festen glaubte, und begab sich nach Elsaß, wo er Statthalter war. Man beschul-dig daß er sich in den besten Plätzen dieser Provinz fest zu setzen gedächte, unddurch Vorzeigung falscher Befehle seinen Zweck zu erreichen hoffte. Mazarinistellte sich Anfangs, und erlangte durch List, was ihm Gewalt nicht würde verschafft

haben.

0 ^ Er wurde hernach Marschall von Frankreich. Sein Vater war ein Buchhändler zn Pont

Aussen. r. r.x. r8r.

AU8.W.H.Z9.TH. Uuu