Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
544
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544 zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

s 66 , des Königs über seinen Tod war nicht aufrichtig. Das Joch, das ihm der Karbidaufgelegt hatte, war ihm schon seit einiger Zelt lästig geworden. Inzwischen hatte ^schon so viel Vcrstellungsknnst von ihm gelernt, daß er bey seinem Tode, der ihn eigewlich erst recht in den Besitz des Throns setzte, betrübt scheinen konnte. Er legte Emit seinem ganzen Hofe die Trauer an, und erzeigte ihm dadurch eine Ehre, welchLudwig der Dreizehnte dem Andenken des Kardinals Richelieu nicht erwies^hatte, und die man sonst in Frankreich nur königlichen Personen und den Prinzen ^Geblüt zu erweisen pflegt »>).

Der König Noch an dem Todestage des Kardinals LNazarini beschied König Ludv^s

will selbst re- den Kanzler Segurer, den obersten Finanzminister Fouquet, die beyden BrietEgieren und und Sohn, und die Staatssekretarien Lionne, le Tellier, la VrillE

macht Anstal-^d dü plessts - Guenegaut, auf den folgenden Tag in sein Zimmer, wo eren l azu. schon früh um sieben llhr einsund, und ihnen meldete, daß er nun die Verwalt^

-er Scaatsgeschafte selbst übernehmen wolle. Zugleich befahl er dem Kanzler, künßvin wichtigen Angelegenheiten keine Briefe ohne seinen ausdrücklichen Befehl zu sicg^'und den Staatssekretarien, nichts ohne seinen Befehl zu unterzeichnen, und ihm Evon allen Geschäften Bericht zu erstatten. Fouquek aber wurde angewiesen,berten bey den Finanzgeschäften zu brauchen. Ueberhaupt erklärte der König, daß ^in der Regierung des Staats, bey den Finanzen und auswärtigen Unterhandlungganz andern Grundsätzen, als der Kardinal, folgen werde. In der That führte Ll^wig in dem Staatsrath die Ordnung wieder ein, die unter LNazarmi sehr gelitt^hatte. Denn dieser ließ die Staatsversammlungen in seinem Zimmer halten, unddabey barbieren und ankleiden. Er ließ niemand niedersitzen, nicht einmahl denler oder den Marschall von Villeroi, und spielte oft mit seinem Affen oder mit sigGrasmücke, wenn man ihm Staatssachen vortrug. Nun aber bekam die königERathsversammlung eine anständigere Einrichtung. Die Mitglieder derselben wagder Kanzler, der ältere Brienne und Lionne, als Minister, und le Tellier, la V*»"lrere, der jüngere Brienne, und dü Plessis-Guenegam, als Staatssekretarg'Der Marschall von Villeroi und Fouquet: wurden selten dazu berufen. Diezen vom Geblüt und andre Grosse wurden ganz von dem Staatsrath ausgeschloßgweil, wie man aus dem ganzen Verlauf dieser Geschichte gesehen, ihre Eifersucht gtgeinander und gegen die Minister immer Unheil gestiftet hatte und dem Staate nachlglig gewesen war.

Veränderung Die Finanzen waren das erste Augenmerk Ludwigs des Vierzehn^

der Finanz- Ihre Verwaltung befand sich damals in den Handen zweenerGeneralkoncroleure, zg,

vcrwaltung.

Absicht, daß man die Grösse desselben nicht ge-nau erfahren und sich daran ärgern möchte. Da-her kommt es auch, daß selbst die gleichzeitigenGeschichtschreiber hierin nichts Gewisses angebenkönnen; einige sprechen von r oo, andre von i;o,andre gar von roo Millionen Livres, nach jetzi-gem Gelde. Nähere Nachrichten von diesen undandern Umständen gehören in die Biographie desKardinals.

l'.s.b,. z, s). 5 84 - 62z. sst/mar-

rn -s«? IV 5. s>. 142 - 17;.

-/e stto»r-L-/ar ll.4. pa§. 251-259.

»o»r 2. p. 269 üscs. ^/o/r I.. n-tgg- Vergl. ss.p. 2z;

1- ?- ) 54'5^4- ttebor-Lr p. 251 '/^h.

1 . c. VI?. 1. p. 167^. Gchlcg^

9. S. 285-29;. Eine umständliche Lebe»schrcibung des Kardinals Mazarini vonsteht in der von Mensel herausgegebene« 'wsischen Biographie S. ;zA - ;;6.