zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
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sehe Übeln Begriff von ihrer Nation beygebracht. Italien war damals noch gs- i6br^ohnt, alle andre Völker als Barbaren anzusehen; die Franzosen aber hielt es für diegefährlichsten Ausländer, weil sie lustiger waren, und mit dem Vergnügen auch Un-Ordnungen und Galanterien in die Familien brachten. Man nahm sich also überall vorWen in Acht, am meisten aber zu Rom. Pabst Alexander der Siebente, aus demHaust Lhrgr, war, wie oben schon erinnert worden, ein geschworner Feind der Fran-sn; er und das ganze Heer seiner Nepoten zog bey aller Gelegenheit gegen Ludwig?en Vierzehnten los; und dieser beschloß endlich, sich zu rächen. Er fand für gur,
M Herzog von (LrecsM, einen wilden und trotzigen Mann, als außerordentlichen Gc-«andren mit folgenden Forderungen nach Rom zu senden: r) der Pabst sollte dem Her«von rNodena wegen der Thäler in Comacchio und dem Herzog von Parma we-des Herzogthums Castro und der Grafschaft Ronciglione Genugthuung leisten. Je-^ hatten sich die Päbste zum Nochtheil des Herzogs von Nllodena bemächtigt; undhatte die pabstliche Kammer in Besitz genommen, weil sie dem Leihhause zu Rom'veger, einer Schuld versetzt waren. 2) Der Pabst sollte dem Herzog von LNercoeurMeu Kardinalshut geben; und z) dem König das Regale oder das Recht, die Bisch-MMer und Abreyen zu besetzen, auch in Absicht auf die eroberten Provinzen ein-räumen.
. CretjUi hatte bald nach seiner Ankunft zu Rom allerhand Streitigkeiten mit Am' rr Zu!
päbstlich-u Nepoten wegen des Cärimonkels. Er beleidigte die Römer durch seinen^ 2 tolz; seine Bediente, durch das Beyspiel ihres Herrn ermuntert, trieben in Romsolchen Unfug, wie die freche Jugend in Paris, und machten sich ein Vergnügen da-^aus, wenn sie die römischen Hascher oder Sbirren und die aus Korsen bestehende Leib-ache des Pabsts necken konnten. Da die Korsen bey solchen Vorfallen Meistens den^ozern zogen; so gab Don^tNario Lhigi, General der pabstliche» Trlippen, I
und
prüder Alexanders des Siebenten, und der Kardinal Imperiali, Statthalter°°NRom, den Korsen und Sbirren Befehl, sich beyder nächsten Gelegenheit zu rä-^N. Diese zeigte sich bald. Einige Bediente des Herzogs begegneten drey Korsen,Hainen mit ihnen Handel, und wurden von diesen gegen den Paliast des Gesandten zu,"Egcjagt. Dort wurden sie aber von den übrigen Bedienten des Herzogs so lebhaftUnterstützt, daß sie die Korsin gleichfalls in die Flucht trieben, ob diese gleich inzwischenVerstärkung erlangt hatten. Hierauf versammlet«- sich die ganze korsische Leibwa«und zog unter Anführung ihrer Officierc gegen den Paliast des Gesandten, schössenden Fenstern, und so gar nach ihm, als er auf einen Balcon heraus trat, um sichder Ursache des Auflaufs zu erkundigen und ihn zu stillen. Seine Gemahlin, die"ach dem Pallast zurückfuhr, wurde eben so wenig von ihnen geschont. Sie schos-. ^och Ihrem Wagen, tödteten einen ihrer Pagen, verwundeten einige ihrer Bedien-/ und nöthigten sie, in den Pallast deö Kardinals von Este zu fliehen, welcherrotektor von Frankreich war, und sie unter einer Bedeckung bewaffneter Französin,d sich in seinen Pallast geflüchtet hatten, zu ihrem Gemahl begleitete,felt a. Lreqrri beschuldigte den Bruder und die Nepoten des Pabsts, /a den Pabst! W, daß sie den Meuchelmord begünstigt hätten, obgleich wohl zu vermuthen war,aß die Korsin weiter gegangen, als vielleicht die Absicht der Nepoten gewesen seyn'ochtt. Der Pabst schob die Genugthuung auf, so lang er konnte, und glaubte, die
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