Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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690 ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

die Dörfer, die ihnen zur Zuflucht dienten, plündern und anzünden, und tödtete Rollanvcn. DiePartey der Lamisarvs nahm hierauf stark ab. Dillars ließ abermals eine Amnestie bekannt warchcn. Viele unterwarf man sich; denen, die aus dem Lande wollten, gab man Passe nach Genf; undes waren nur noch wenige in Ober, Cevennes, .die man leicht im Zaum halten konnte.

(1725) Aber im folgenden Jahr, da man fast alle Truppen aus Languedvk gezogen hatte, beka'N

der Aufstand neue Kräfte. Der Abt la Bourlie, der sich nach seiner Flucht aus Frankreich unterdem Namen eines Marquis von Gmscarv eine Zeitlang im Haag aufgehalten, schrieb von dorraus an die Häupter der Lamisarvs, und versprach ihnen starken Beystand aus England undland. Er verband sich mit Ravenel und andern, die die Amnestie angenommen und aus Langn?'dok gegangen waren, und verabredete mit ihnen die Erregung eines neuen Aufstandes durch Unter'stützung der Engländer und Holländer. Allein, der Herzog von Berwik, der mit einigen Truppsnach Languedvk geschickt wurde, entdeckte und fieng die Häupter der Lamisarvs zu Montpellier,worunter Ravenel und Larinat die vornehmsten waren, und ließ sie theils verbrennen, theils rädern-Diese grausamen Hinrichtungen und die geringe Hoffnung zur Unterstützung von auswärtigen Mäch'ten stillten endlich den Aufruhr und beruhigten Languedvk wieder e)>

1704 DaS Zahr 1704 war für Frankreichs Feinde sehr glücklich, und die darin geschehenen

wichtigen Vorfälle veränderten Europens Gestalt fast ganz. Die Bundsgenoffen hatten beschlossen,ihre gröste Macht in Teutschland anzuwenden, um den Kurfürsten von Bayern entweder zuMVergleich zu nöthigen, oder doch aus seinen Staacen zu vertreiben. Alle dahin zielende Entwürfewurden heimlicher, als sonst, verfertiget und ausgeführt. Marlborough kam im April nach Hol'land, um den Oberbefehl über die vereinigte Armee zu übernehmen, und breitete aus, der Schau'platz des Kriegs solle an der Mosel aufgeschlagen werden; und marschirte würklich mit der AnM?nach Köln und Koblenz. Die Franzosen in ten Niederlanden glaubten, seine Absicht giengc aufTrarbach, und nach Eroberung dieser Festung wolle er in Frankreich eindringen. Um ihn von bet.Mosel abzuziehen, bedrohten sie Huy mit einer Belagerung: allein, er überließ die Beschühungdic'strj Stadt den Holländern, setzte stillen Zug gegen den Neckar fort, gicng über den Fluß, und nick'dete den Gcneralstaaten, daß er auf Befehl seiner Königin, dem Kaistr zn Hülfe ziehen müist-Villeroi gieng indessen mit der französischen Armee nach dem Obcerhcin, in der Mc»nung, betMarsch des englischen Feldherrn gehe dorthin. Dieser hatte mit dem Prinzen Eugen verabredet,daß er selbst sich mit dem Markgrafen Luvwlg von Baden vereinigen, dieser aber eine Armes aiNRhein anführen sollte. Die vereinigte Armee rückte an die Donau fort, und setzte sich im Gesichtder feindlichen Verschanzungen bey Diiiingen. Der Feldmarschall Arco stand mit den französisch^Die'Fraiizosen und bayrischen Truppen verschanzt auf dem Schcllcnberg nicht weit von Donauwerth. Es kam z"«.Bauer» wer-Mem hitzigen Gefecht, wodurch die Verschanzungen der-Franzosen und Bayern, sechzehn KanoucUCchelleiibera'" ""d ganzes Gepäcke, wiewohl mit ziemlich starken Verlust, erobert und sie genöthigt wurden, sichgeschlagen imi nach Donauwerth zurückzuziehen, welche Stadt am folgenden Tag von der Besatzung verlassen 1"^2. Jnl. von den Bundsgenossen in Besitz genommen wurde. Der Kurfürst und der uncrfahrne Marsch^Graf von Marsm, der statt des geübten aber mit dem Kurfürsten zerfallenen Marschalls von O»'lgrs, die Franzosen anführte, wurden dadurch genöthigt, sich unter die Stücke der Stadt Augsburgzu ziehen, und es schien, als wenn der Kurfürst denen vom Kaiser geäußerten Bedingungen ein?"Vergleichs Gehör geben wollte: aber er brach die Unterhandlungen plötzlich ab, als er den UebergaNsder Franzosen unter Oilleroi und Tallarv und ihre Absicht, ihn zu unterstützen, erfuhr. Erließ die Gegend von Augsburg, um sich mit dem Grafen von Tallarv zu vereinigen, der ihm ^Hülfe eilte. Die Bundsgenoffen fanden unterdes für dienlich, daß der Prinz von Laven Ingenstadt belagern, Marlborough aber und Eugen, der sich vor kurzem bey Donauwerth gesetzt hatt^die Bewegungen der Bayern und Franzosen beobachten sollten. Als die Bayern bey Launige» ,die Donau gegangen waren, sehte Marlborsnghs Armee auch über diesen Fluß, um denzen Lugen zu verstärken.^ Die nunmehr vereinigten Franzosen und Bayern lagerten sich gegen ?'ne Höhe nahe bey Höchstadt, ohnweit Donauwerth. Zhr rechterFlügel war durch die Donau

r) L4ema->es PAs» 1. s. p. 5g - 218- L09 u. ff. II. ff. ;6y u. ff. ^

1. 2. p. 46- lqq. ;vi lgq. 548 sgg. 580 lqg. Sän Le- Aci,o»ick dein» I. 170;. E/--'" -teetipe Lh. I. Seit-195 u.ff. 205 U.ff. 2iiU.ff. er 2. xallim. rvagmaar Tb-7-S> 274 - 284 -,

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