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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Vorrede.

dem Künsten und Wissenschaften die geringste seynsollte. Ich sahe alle Messen so viel andere Büchervon allerhand Art heraus kommen, die sich nicht Miteiner so übel angebrachten Demuth und Schamhaf-tigkeit in unsere Büchersäle einschmeichelten. Ichfand die Stellen, wo sie sich eindrangen, schon so wohlbesetzt, daß man ihrer mit dem größten Fuge entübrigtseyn konnte. Sie hatten nichts an sich, welchesihnen einen Vorzug vor den bereits verhandenenStücken hatte geben können. Nichts destowenigerdurften sie sich doch mit einem gewissen Trotze für un-entbehrlich, höchstnützlich und nöthig ausschreyen;und man glaubte so gar ihrer Versicherung. Diesesmachte mich stutzig, und ich wußte nicht, was für einfeindseliges Gestirn allein die Herausgeber poetischerWerke verfolgen sollte, daß sie sich meistentheils einerliebkosenden Begleiterinn bedienen müßten, wenn sieeinen Zutritt erlangen wollten. Es lag mir beständigim Sinne, daß die erste Welt einen poetischen Aus-druck für die Sprache der Götter gehalten hatte. Diegrößten Geister und geschicktesten Köpfe hatten sichihrer beflissen, und eine nicht gemeine Ehre darinnengesucht. Itzt aber sollte ich die Freunde der Musengleichsam in der Sprache der Supplicanten reden hö-ren: Das war zu viel! Ein so niederträchtiges Ver-fahren schien mir der majestätischen Hoheit der Dicht-kunst gänzlich zuwieder zu seyn,und ich glaubte,daß nurdie kleinsten Geister dazu fähig wären. So gleich ver-bannete ich alle die schönen Blümchen, womit ich meineVorrede auszuzieren,u.dich wegen dieser gesammletenGedichte umVergebung zu bitten entschlossen war.Ichwollte lieber deine Hoffnung zu Schanden werden las-sen,als dieß Buch und mich beschimpfen. Aus-