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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Vorrede.

wird. Ich könnte mir solches gewiß versprechen,wenn ich nur einen alten Griechen oder Lateiner vonneuem herausgäbe. Denn ich kenne grosse Männer,dieeinen hohen Ruhm unter den Gelehrten dadurch er-langt haben, unerachtet sie weiter nichts gethan, alswas ich itzt thue.Allein so muß ich noch hoffen,ob es mirgelingen wird; weil es zur Zeit eben nicht scheint,daß man auch deutschen Büchern dergleichen Kraftund Vorrecht einräume!: wolle. Jedoch, da manschon anfängt, denenjenigen die gesuchte Ehre nicht zuversagen, die uns die alten geschriebenen Stücke un-serer Vorfahren sammlen: So kan ich mir wenigstensmit der süssen Vermuthung schmeicheln, sie werde mirauch zu Theil werden. Denn das Alter wird doch wohlkeinen Unterschied unter einer gleichen Bemühungmachen. Das würde sonst parteyisch gehandelt seyn,wozu aber die Republik der Gelehrten nicht fähig ist.

Vielleicht sähe ich meine Begierde so gleich gestillt,wenn ich nur noch in diesem Vorberichte etwas Wich-tiges ausgeführt, oder das ganze Werk mit einigenAbhandlungen begleitet hätte. Es ist allerdings einVersehen von mir, daß ich es so stark gemacht habe,daß mir kein Raum für meine Arbeit übrig gebliebenist. An meinem guten Willen hat es nicht gelegen,dir, geneigter Leser! meine Gelehrsamkeit zu zeigen.Ich stund in Bereitschaft, einigen philosophischenFeinden der Dichtkunst zu widersprechen, welche einGrosses wieder sie gewonnen zu haben vermeynen,wenn sie anführen, daß Plato die Poeten aus seinerRepublik verbannet hat *. Ich wollte ihnen bewei-sen,

* Es hat sich schon P>aganmo»Gaude»tr'trg,Prof.zu Pisa, bemüht,dieDichter wieder diesenWeltweisen zu vertheidigen.SeineSchEdavon heißt: keäilit-xrsrioileüe'koctioiwosits s kiatonc.