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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Vorrede.

Zu der beglückten Zeit, als Friederich August,

Der deutschen Fürsten Preis, der Unterthanen Lust,

Und aller Künste Schlitz, in Sachsenland regieret,

Hat auch die Sprache selbst ihr Wachsthum sehr gespühret.Bald anfangs regte sich die muntre PhilurisAn ihrem Pleijsenstrom, und sah voll KümmernißDen hohen Gipfel an, auf welchem sie vorzeitenDen deutschen Witz gesehn. Des edlen Flemmingö Seyten,Die Flöten ihres Schochs erfüllten noch ihr Ohr:

Doch kam ihr solches nur, als wie im Traume, vor.

Wie eine Mutter klagt, wenn sich bey ihren KindernDie gute Zucht und Art allmählich scheint zu mindern;

Sie denkt mit reger Lust der angenehmen Zeit,

Da Blüth und Frühling ihr viel Früchte prophezeit,

Und grämt sich innerlich, weil ein so süjseö Hoffen,

Das ihre Brust genährt, nicht besser eingetroffen:

So kränkte sich allhier auch Philurenens Geist.

Ach! hieß es, harte Zeit! die billig eisern heißt!

Was qvalet mich dein Joch, mit unerhörten Lasten?

Will denn die Barbarey von ihrer Wuth nicht rasten?

Sie hebt ja überall ihr unterdrücktes Haupt

Mit neuer Kraft empor. Wer hätte das geglaubt?

Wer hätte das gedacht? Sie war ja schon bestricken,

Sie mußte mich besiegt um Hals und Gnade bitten,

^lnd itzo trotzt sie mich; und iß» wird sie groß;

Ja reißt mir mit Gewalt die Kinder aus dem Schooß ?

Auf, Söhne! die ein Trieb vom hohen Pindus reget,Zeigt, zeiget hier einmal, daß euch mein Gram beweget,Daß eurer Mutter Wort euch munter machen kan;vertheidigt meinen Ruhm, spannt alle Sinnen an,

Den Witz von rechter Art aus der Tyrannen Ketten,^omit sie ihm schon droht, zu rechter Zeit zu retten.

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So