Vorrede.
Sein scharfes Urtheil stralt aus jedem Wort herfür.
Doch als sie weiter sprechen wollte,
Fiel Svada ihr inS Wort:
Nein, rief sie, Mayens Witz und muntre RednergabenMuß ich zu meinem Antheil haben.
Auch diese fuhr noch weiter fort,
Als Erato sie plötzlich störte:
Wer, hieß es, raubet mir den schönen Dichterkiel,
Und Mayens reines Seytenspiel?
Der Streit ward so erhitzt, daß Phöbus selbst ihn hörte.Drum rief er: Ist denn May euch allen so beliebt,
Und wollt ihr alle drey in seinem Geiste wohnen:
So hört den Ausspruch an, den euch Apollo giebt.
Und krönt ihn alle drey mit euren Lorberkronen.
In der critischen Dichtkunst war es eher nöthig,davon zu handeln, als hier Exempel anzuführen, weiles doch Leute giebt, die wer weis was für grosseWunder darinnen suchen, und in Scherzgedichtenund Qvodlibeten ohne Regeln, in den Tag hineinschreiben, was ihnen ihre wilde Einbildung etngicbt.
Am meisten wird man sich wundern, daß der Ti-tel, Satiren, nirgend in die Augen fällt. Ach! ge-liebter Leser! fürchtest du dich nicht, daß du dichnach solchen umstehest? Das blosse Wort klingtunsja schon so erschrecklich, daß man es kaum ausspre-chen hören kam Weg, weg damit! Wenn ich michgelüsten lassen, dergleichen herzusetzen: So könnteich gar bald in den Verdacht gerathen, ich müßteselbst in einer solchen Strafsucht ein Vergnügen su-chen. Aber das sey ferne! Meine eigene Balkenlehren mich des andern Splitter mit Geduld ertra-