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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
18
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18 Der Oden erstes Buch.

Äugustus stirbt! Denkt, welch ein Held!

Seht, welch ein Zweig durchlauchter Ahnen!

Der Deutschen Fürsten Schmuck, die tust der halben Welt,Der Vater seiner Unterthanen.

August, der sächsische Trajan,

Der neue Stifter güldner Zeiten;

Seht! Der verläßt den Thron, sammt allen Herrlichkeiten,Und schließt die grosse Heldenbahn.

Darum, ihr Musen auf! und laßt die Nachwelt lesen,Wie groß er überall gewesen.

Äöie dort Apollons Priesterinn,

Wenn unter ihr die Klüfte keichen,

Sich selber fast vergißt, indem ihr schwacher SinnDer stärkern Gottheit Kraft muß weichen;

Ganz Delphos bebt, der Tempel kracht,

Aus Ehrfurcht vor den höhern Sprüchen:

So ist mein blöder Geist den Musen itzt gewichen,

Er fühlt der hohen Triebe Macht,

Und kan sich selber dem, was sie ihn singen heißen,

So wenig als den Kiel entreissen.

Es blitzt mir, auf der Wahrheit Wink,

Ein Stral der Weisheit ins Gesichte.

Nun täuschet meinen Blick kein scheinbar Wunderding,Und aller Firniß geht zunichte.

Mich blenden Krön und Purpur nicht,

Nicht Schönheit, nicht Alcidens Stärke,

Nicht Ahnen, Siege, Pracht, nicht hundert stolze WerketDavon die Welt erstaunend spricht.

Mein Vorwurf ist August! von ihm und wahren HeldettMuß man der Welt was grösserS melden.