Dritte Ode. 19
^hr, die ein ewigfester RuhmDen Gräbern und der Nacht entzogen,
Warum war vormals euch ein dankbar AlterthumSo zugethan, so sehr gewogen?
Was hat dich, Orpheus, dich, Osir, »
Und dich, o Minos! so erhoben?
Wie kömmt es, daß wir euch, Lycurg und Solon, loben?Was ehrt man, Numa, doch an dir?
Wie habt ihr doch die Wuth der Zeiten überwunden,
Kein Lob gesucht, und doch gefunden?
Aabt ihr durch Morden', Stahl und GlutDen halben Erdkreis umgekehret?
Hat eure Herrschbegier, durch eignes Bürgerblut,
Dem Nachbar Stadt und Land verheeret?
Habt ihr Gebirge fortgerückt;
Den Strömen Regeln vorgeschrieben;
Der eiteln Gräber Bau den Wolken gleich getrieben?
Der Völker Freyheit unterdrückt?
Kurz, habt ihr euch bestrebt, das Schrecken dieser Erden,Die Griffeln aller Welt zu werden?
To hak Sesostris Ruhm gesucht,
^nd doch, wie Terxes, Schimpf gefunden.
Das war bey Philipps Sohn der tollen Siege Frucht,Dadurch ist Pyrrhus Lob verschwunden.
Attila und Tamerlandergestalt nach Ehre streben;
Helden, habt der Welt nur Glück und Heil gegeben,^ ganzen Ländern wohlgethan;
^um pflegt man noch ißund, nach so viel tausend Jahren,mit den Göttern selbst zu paaren.
B
Ihr