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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Der Oden erstes Buch.

§9?ein Held hat mehr als das gethan:

Er ist ein guter Fürst gewesen!

Ihr Prinzen später Zeit! merkt diesen Nachruhm an,

Und laßt von euch ein gleiches lesen.

Er herrschte, doch mit sanftem Muth,

Sein Zepter war kein Joch zu nennen;

Sein Kriegen war kein Sturm von Würgen, Plündern,Sein Siegen selber keine Wuth. (Brennen,

Er zog das tapfre Schwerdt nicht eher, als er mußte,

Und schonte, wie er konnt und wußte.

Aer, Pohlen, laß uns abermalEin unverdächtig Zeugniß hören!

Wenn hat August gesucht, durch seinen RächerstahlDes Reiches Freyheit zu Versehren?

Wie väterlich hat seine BrustFür dein gekränktes Wohl gewachst!

Wie gern hätt er dein Glück vollkommen groß gewachst!Wie kostbar ist denn dein Verlust!

Er ist ja, da er sich ein völlig Lob erworben,

In Sorgfalt für dein Heil gestorben.

Auch seiner treuen Sachsen SchweißHat unser Held nicht ausgesogen.

Sein Wort war kein Befehl, kein drohendes Geheiß:Drum war ihm Stadt und Land gewogen.

Er hat, durch Staatslist, Zwang und Macht,

Des Landes Rechte nie gebrochen;

Er forderte mit Glimpf, und ^ ward mehr versprochen,Als sonst Tyrannen ausgebracht:

Die, wenn sie mit Gewalt der Bürger Blut erzwingen,Sich selbst um tausend Herzen bringen.

Merkts!