Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
23
JPEG-Download
 

Dritte Ode. 2z

Ndsrktö! die ihr, jenem Kayser gleich,

Das Gold in enge Kerker schliesset,

llnd selbst, nicht in der That, nur in Gedanken reich,

Des todten Mammons nicht genieffet.

Mein König war auch hierin« groß:

Er nahm Tribut, um mehr zu geben.

Denn pflegt die Sonne gleich viel Dünste zu erheben,llnd dörrt sie oft der Tellus Schooß:

So tränkt sie bald den Grund mit desto reicherm Segen,Durch kühlen Thau und warmen Regen.

Eo manchen Bau du, Held! vollführt.

So manchen Aufzug du gehalten:

So vielmal Hai das Land dein mildes Herz gespürt ;

Nur in veränderten Gestalten.

Kein Lustspiel war der Städte Last,

Kein Lager deiner Dörfer Schaden:

Es ward die halbe Welt nach Sachsen eingeladen;

Mie gern war jeder Dreßdens Gast!

Doch ist, wenn sich dein Schatz den Strömen gleich ergossen,Der Ueberfluß ins Land geflossen.

Daher ward Dreßden unter dir,

^us Holz und Thon, zu lauter Steinen.

Die Elbe selber prangt mit ungewohnter Zier,kan mit neuer Pracht erscheinen.

Der Adel wohnt in deiner Stadt,

^ lauter Schlössern und Pallästen:

sind die deinen gleich, wie billig ist, die besten,

^ Sachsen je gesehen hat;

^ hast du doch den Kalk mit Thränen nicht gemengek,^ deinen Bürger nie gedränget.

B 4

Daher