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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
52
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5? Der Oden erstes Buch.

Aaum legtest du die Kindheit hin,

So stund dein Herz nach edlen Sachen:

Denn Frankfurt lockte deinen Sinn,

Der deutschen Kayser Wahl dir^echt bekannt zu machen.Du sahst sie an; doch da ParisIn seinem Ludwig vieles wies,

Was Fürsten vor der Welt zum höchsten Ruhm erhebet:So war der Weg dir nicht zu weit,

Vielmehr hat deine Munterkeit

Dem Gipfel wahrer Höh begierig nachgestrebt.

Du sahst auch ferner Rom und. Wien,

Das alt und neue Haupt der Erden:

Und alles das, mit dem Bemühn,

Durch das, was du gesehn, ein weiser Fürst zu werden.Nicht fremder Völker Eitelkeit,

Nein, Staatskunst und Erfahrenheit

War, andrer Telemach! der Zweck von deinen Reifen:

Drum spürten auch die Länder schon.

Es würde dieser Königssohn

Der Welt einmal ein Bild vollkommner Fürsten weiser*'

Das Schrecken Achmets, Deutschlands Schutz,

Carl, welcher Temeöwar bezwungen,

Und gar, dem Muselmann zu Trutz,

Bis in des Reiches Herz nach Belgrad eingedrungen;Dieß grosse Haupt der ChristenheitErblickte bald die Trefflichkeit,

Die Sachsens Churprinz schon in frühen Jahren zeig^'Er fand, und hat es oft erklärt:

Ein solcher Prinz sey Kronen werth,

Der jedes Herz gewann, und alles zu sich neigte. ,