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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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54
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54 Der Oden erstes Buch.

Mas zeigt sich für ein Wunderbau? ^

Hat mich denn Phöbus gar entzücket? "

Was stellt sich für ein Schloß zur Schau, ^

Dergleichen warlich Rom und Welschland kaum erblicket- ^Wer zählt der Fenster Mei^e hier? ^

Wer schaßt der stolzen Thore Zier? '

Wer kan der Dächer Pracht, der Flügel Grösse nennen? ^

Wer lehrt mich alle Symmetrie,

Und was wir nach der Eurythmie, , ^

Im Bauen, für ein Werk der größten Kunst erkennen? "

O Hubertsburg! bist du nicht ,

I» deinen schattigten Gebüschen? ^

Ja ja, du bists, und mein Gesicht '

Kan leichtlich deinenBau mit WelschlandsPracht vermisch^' ^Ich seh dich zwischen Berg und Thal, ^

Mit stolzen Tannen ohne Zahl,

Mit Eichen edler Art und andern: Holz umringet. ;

Hier ist Dianens Reich und Siß!

Allhier wohnt Echo, dessen Wiß ^

Dem Jäger, wenn er bläst, die Antwort zehnfach bringt

O verliert sich doch das Auge ganz .

In meilenlang durchschnittnen Wäldern: ,

Da sieht man deiner Fenster Glanz,

Wenn Phöbus sie bestralt, in weitentlegnen Feldern.

Man rückt hinzu, man nähert sich,

Und jeder Schritt vergrößert dich,

Bis dich die Gegenwart in voller Schönheit weiset;

Bis dich durch den gespaltnen Wald,

Des Wildes grünen Aufenthalt,

Ein ferner Blick zuletzt auf langen Wegen preiset.