74 Der Oden erstes Buch.
Ä6ie sonst bey schwüler SommerlustDie feuchten Dünste sich verbinden,
Und durch das trübe Naß den lauen Schwcfeldust,
Und des Salpeters Dampf entzünden;
Der Wolken Pech versteckt den Tag,
Es brüllt manch lauter Donnerschlag,
Zwey schwere Wetter ziehn von Oft und West zusammen»Der Stürme Brausen bläst zur Schlacht,
Und Blitz auf Blitz durchkreuzt die Nacht
Der feuchten Finsterniß mit fürchterlichen Flammen;
Olympus kracht, der Atlas bebt.
Von wiederhohlten Donnerstreichen,
Der Felsen Last versinkt, wenn sich manch Thal erhebt,Der Erdkreis selber scheint zu weichen:
So giengs gewiß zu jener Zeit,
Als dieser Helden Tapferkeit,
O Höchstädt! neben dir, auf Tallards Fahnen blitzte;
Als der gereizten Heere Wuth,
Durch Erzt und Pulver, Stahl und Glut,
NurSchrecken,Graus u.Tod aufFrankreichsSchaare spritzt
Ach seh, ich seh den Feind erschreckt,
Die rothe Wahlstadt voller Leichen;
Ich seh den Held, Eugen, den Schweiß und Blut bede^Durch die getrennten Glieder streichen:
Er winkt, gebeut und feuert an,
Sein Wort belebet Roß und Mann,
Die Stralen seines Blicks sind lauter Feuerpfeile.
So wird in dieses Feldherrn Faust,
Um die so manche Kugel saust,
Ein Stab, o Ludwig! dir zum stärksten Donnerkeile.