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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
78
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73 Der Oden erstes Buch.

Eugen ist hier nicht minder groß,

Er pflanzt so Palm- als Lorberreiser;

Verseht Germanien dem Frieden in den Schooß,

Und sorgt auch so für seinen Kayser.

Kein Eigennutz befleckt den Ruhm;

Der Held verlangt kein Fürstenthum,

So sehr er auch verdient, was andre hier erbeuten.'

Wem, Deutschland, Carl und Recht nur siegt.

So ist schon unser Prinz vergnügt;

Und dennoch stets bereit, auch »„belohnt zu streiten.

Er thuts! denn Achmek ist erwacht,

Und dreuet Wien mit Stahl und Flammen:

Sein weitgestrecktes Reich vereinigt alle Macht,

Und treibt ein gräßlich Heer zusammen.

Pannonien ist kummervoll,

Ganz Oesterreich und Deutschland soll

Des tollen Großveziers und Stambols Fessel küssen.

Doch seht! Sein Trotz wird bald gedämpft,

Eugen hat ihn wohl ehr bekämpft,

Und dieses Bluthunds Faust schon manches Land entriß^'

HAaS dachtest du, beschnittne Schaar!

Als dich manch Treffen so erhitzte;

Als dir bey Temeswar Eugen so schrecklich war,

Bey Belgrad so entsetzlich blitzte?

Wer ist der Held, der uns zerstreut?

Es ist ein Sohn der Tapferkeit!

Wo nicht, so ists der Geist von Scanderbeg, dem Alten«Es ist dein Schußgeist, Oesterreich!

Denn seine Faust thut keinen Streich, ^

Von dem nicht Küras, Helm und Mann und Roß zerspalt ^