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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Der Oden erstes Buch.

Erhabne Juno, du magst rathen,

Wenn mir die Pracht des Ausdrucks fehlt.

Dich schmücken so viel grosse Thaten,

Als Jupiter kaum selber zählt.

Du trägst, gleich ihm, die Donnerkeile,

Und wirfst Vulcans entflammte PfeileOst selbst nach dieser Unterwelt.

Du kanst ihn selber oft besiegen,

Wenn er, mit innigstem Vergnügen,

Dich lechzend in den Armen hält.

Auf! laß mich deine Töchter sehen,

Die Geist und Muth und Kraft belebt,

Dadurch es tausendmal geschehen,

Daß sie der Herrschaft nachgestrebt.

Entdecke mir zu ihrem Lobe,

Wiessie durch manche Heldenprobe .

Die Männer selbst erstaunt gemacht,

Und wie sie oft durch Staatsgesetze

Der Bürger Wohlfahrt, Haupt und Schätze

In Flor und Sicherheit gebracht.

Ich seh ein Muster grosser Frauen,

Die schon so manchen Held beschämt.

Ich seh sie Babels Mauren bauen.

Womit sie Feind und Bürger zähmt.

Ich seh, sie führet selbst die Schaaren;

Und fliegt mit ungefiochtnen HaarenIns freye Feld, wo alles kämpft,

Und denkt vor Siegs- und RuhmbegierdeNicht ehr an ihrer Scheitel Zierde,

Als bis sie Feind und Trotz gedämpft.