Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
93
JPEG-Download
 

>

ßet-

Siebenzehnde Ode.

Ä8ie ist mir? meiner blöden Blicke^chwächter Stral verstärket sich.

^ie wohl ist mir! Ein günstiges Geschickeschärt den Wunsch und tröstet mich.

^ welch ein Schauplatz läßt sich sehen!

^Nn was noch künftig soll geschehen,

^ird mir entdeckt und stellt sich völlig dar.süßer Anblick! schöne Zeiten!seh, ich sehe schon von weiten,jedermann gewünscht, was kaum zu hoffen war.

9Z

3ch sehe schon den TyberstromHerrschaft geistlicher Tyrannen,

Muth und Kraft aus dem gedrückten Rom,

^ ganz Hesperien verbannen.

^ sehe Tempel und Altar,

^ Mönch und Pfaffen in Gefahr,hch Bilderdienst, das Fegefeuer schwinden.

Patzst ist mehr, kein Cardinal,

Klöster ungeheure Zahl,

^ ÄZust und Staub bedeckt, ist gar nicht mehr zu sticken,

^ Äie Wahrheit herrscht und triumphiret,hat Lügen Schwärm gedämpft;

^ ^ Sonnenstral, der ihre Scheitel zieret,

Reich der Finsterniß bekämpft,sieht bey ihren Reichsgenossen,

^ schönsten Tugendzweige sprossen,stetig blühn, stets voller Früchte stehn:

^ Thorheit Samen ist verdorben,

» Üüd der Laster ausgestorben,fest- ^ ihr erwünschter Thron soll niemals untergehn.

Erscheine