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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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94
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94 Der Oden erstes Buch.

Erscheine bald, du güldne Zeit!

Beschleunigt euren Lauf, ihr Tage!

Daß einst die Welt, mit froher Dankbarkeit,

Von unsrer Wünsche Nachdruck sage.

O wäret ihr schon itzo da !

O wären wir euch schon so nah,

Als unser Herz es wünschet und begehret!

Das Pabstthum wäre schon verbannt,

Der Muselmann ganz unbekannt,

Der Iud und Heide selbst zu Zions Gott bekehret.

Aesuv und tausend Schwefelgrüfte,

Die Welschland längst den Fall gedräut,Verdoppelten die fiammenreichen Düfte,

Bey Zions erster Iubelzeit.

Der Zunder tiefverborgner SchläucheZerriß der Erden hohle Bäuche,

Und öffnete der Berge wüsten Schlund;

Er drohte Babel zu verwüsten,

Und that dem Sitz des Antichrists«,

Schon dazumal d.ie Glut der Rache Gottes kund.

Awar ißo schont des Himmels Huld,

Auch seiner Wahrheit tolle Feinde.

Die Langmuth hat mit ihrem Trotz Geduld,

Und schützt indessen ihre Freunde.

Doch wacht dereinst sein Eifer auf,

So wird sein Arm der Bosheit LaufMit leichter Müh durchaus zu hemmen wissen.Alsdann wird Trotz und WiederstandVor solcher starken Allmachtshand,

Wie Dampf, in reiner Luft, gar bald verschwinden

müsse"