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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Der Oden andres Buch.

Ach, Tochter! dreyfach echtes Kind!Ach könnt ich dich aufs neu beleben,

Und allen ißt zum Muster geben,

Die dir an Gaben ähnlich sind!

Die alte Gottesfurcht fallt hin.

Die Kindheit streßt von Eitelkeiten,

Die Lasterlrebe neuer ZeitenBetäubet endlich Herz und Sinn;

Und hat, wenn graue Haare kommen.

In allen überhand genommen.

Du aber warst und bliebest rein,

Und folgtest deiner Mutter Lehren;

Die zwar so schwer nicht anzuhören,

Doch schwerer in der Uebung seyn.

Die böse Lust, der Jugend Gift,

Hat deinen Wandel nicht bestecket;

Auch nie den schnöden Trieb erwecket,

Der nur gemeine Seelen trifft:

So hast du dir, durch reine Sitten,

Ein allgemeines Lob erstritten.

Dieß sah der Themis theurer Freund,Asträens Priester und Verehrer,

Der grosse Born, ein Rath und Lehrer,Den Sachsen lang hernach beweint.

Er hatte die geliebte GruftDer werthen Bexin kaum verlassen;

Kaum schielt sein Herze sich zu fassen,

Und schöpfte nach dem Aechzen Luft:

Als Margaris, die Tugendhafte,

Ihm neuen Trost im Kummer schaffte.