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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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130
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iZv Der Oden andres Buch.

§bie soll euch nun der Reim erhöhn?Soll er den Weg der Schmeichler gehn,Und euer Lob in Reime zwingen?

Ein Lob von Brüdern giebt Verdacht,

Und was die Nitschin trefflich macht.

Das ist zwar leichtlich beyzubringen:

Doch wer sie kennt, bedarf es nicht;

Und ihre Demuth heißt uns schweigen.Genug, wenn man nur kürzlich spricht:Verstand und Tugend ist ihr eigen.

D seltner Ruhm! drum seyd erfreut,Und dämpft die alte Bangigkeit,

Ihr werthen Mütter dieser Kinder!Bezeugt ein schwesterliches Band;

Denn euer beyder WittwenstandWird durch die neue Lust gelinder.

So tröstet euch des Himmels Huld,Nachdem ersuch genug betrübet;

Weil ihr bisher so viel GeduldBey seinen Schlägen ausgeübet.

Der steh auch euch, Vermählte! bey,Daß Haus und Ehstand glücklich sey,

Und dieses Band euch nie gereue.

Erlangt ein spätes Lebensziel,

Und seht der schönen Tage viel,

Daran sich dieses Fest erneue.

Vollstreckt der edlen Tugend Lauf,

Wie von den Vätern ist geschehen ;

Doch zieht auch Kind und Enkel aus,Daran wir eure Bilder sehen.