rzr Der Oden andres Buch.
Drum tret ich freudigst zu den SöhnenDer königlichen Weichselstadt,
Die mirs vcrlängst erlaubet hat,
Nach ihrer Art mich zu gewöhnen.
Ich hab in ihrem Musensitze,
Der mancher hohen Schule gleicht,
Der Wissenschaften Grund und Stütze,
Der freyen Künste Kern erreicht:
Und bin aus ihrer Vätcr Orden,
Auch Diesseldorfs Verehrer worden.
Ja, theures Haupt, dein weises RathenErhält den Flor der Vaterstadt,
Die mehren, Ruhm im Handel hat,
Als viele von den größten Staaten.
Du schützest ihrer Freyheit Rechte,
Und drückest Volk und Bürger nicht.
Die ein tyrannisch Haupt als KnechteZu Boden tritt, ja gar zerbricht.
Man sieht im Strafen und im SchonenWas Väterliches in dir wohnen.
Ä8ie werth ist nicht dein UrtheilsprechenDer Göttinn der Gerechtigkeit,
Wenn Frevel und VerwegenheitDie Regeln der Gesetze brechen?
Sie rühmt sich noch der schönen Zeiten,
Da du ihr Priesteramt geführt,
Und ihres Tempels TrefflichkeitenDurch deinen Witz und Fleiß geziert;
Und ihre Kinder angetrieben,
Sie brunftiger als sonst zu lieben.