iz8 Der Oden erstes Buch.
^ch seh allhier, so wie mich dünkt,
Wie deiner Gattin seltnes Wesen,
An Geist und Körper auserlesen,
Vor Kummer fast in Ohnmacht sinkt.
Ich seh der heitern Stirne PrachtIm finstern Trauerflor verhüllet;
Den Blitz, der sonst ihr Auge füllet.
Verlöscht der Thränenwolken Nacht:
Ihr angenehmer Mund im SprechenKan sich der Seufzer nicht einbrechen.
^ch hör ihn schon ganz bitterlich,
Mit halbgebrochnen Worten, klagen:
O warum hab ich dich getragen!
Ach liebster Sohn! wie beugst du mich?
Ist denn dieß unverhoffte LeidDer Lohn der zärtsten Mutterliebe?
Ist das die Frucht der edlen Triebe,
Darauf ich mich bey dir gefreut?
Umsonst! die Hoffnung ist verlohren!
O hätt ich lieber nie gebühren. !
Du selber, hochgeschätzter Mann!
Du selbst kanst mit gesetztem HerzenDen harten Schlag nicht gleich verschmerztWie jeder leicht begreifen kan.
Du sahst die wohlgerathne FruchtIn deines Ehstands Garten blühen;
Und dein recht väterlich Bemühen ^
Gieng bloß auf eine weise Zucht:
Wozu so wenig Väter Gaben, i
Verstand, Geduld und Eifer haben. ^