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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Der Oden andres Buch.

Ä8o ist der Auswurf der Natur,Der Weltbezwinger tolle Menge,

Die triumphirend im GedrängeAuf tausend warmen Leichen fuhr?

Wo sind die Geißeln aller Welt,

Des menschlichen Geschlechtes Plage,Die Misgeburten ihrer Tage,

Die darinn bloß ihr Lob gestellt,

Als unersättliche Tyrannen,

Den Erdkreis in ihr Joch zu spannen?

26o sind die Fürsten beßrer Art,Die ihrer Völker Väter waren,

Und oft die Köpfe ganzer SchaarenDurch ihr selbst eignes Blut gespart?Wo sind die Helden alter Zeit,

Die für der Menschen Wohl gekämpfet,Der Ungeheuer Wuth gedämpfek,

Und Friedenstempel eingeweiht;

An Feinden Sanstmuth ausgeübet,

Und ihre Bürger nie betrübet?

Ach dörft ich diese leßten dochNicht, jenen gleich, zum Beyspiel geben;So würd auch Friedrich August leben,So lebte Pohlens Vater noch!

Erweg es, theurer Benemann!

Auch dieser Held hat sterben müssen,

Auch der ward uns zu früh entrissen,

Wie Sachsens Wehmuth zeigen kan:Sprich selber , sind wohl tausend LeichenMit diesem Haupte zu vergleichen?