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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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173
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Neunzehnde Ode. r?z

Eo drang ihr Blick, durch Dampf und Schatten,Bis in den Kern der Wahrheit ein;

So reizte sie kein falscher Schein,

Mit dem sich schwache Seelen galten.

Sie kroch nicht mit der blöden ZunftIn schnöder Thorheit, Wust und Staube:

Drum war ihr aufgeklärter GlaubeDie Frucht gereinigter Vernunft;

So daß ihr Wesen ganz und garVom Aberglauben lauter war.

Was sag ich von den holden Sitten?

Die waren still und fromm und rein,

Und hatten mir fast ganz alleinDen Geist entzückt, das Herz bestritten.

Was sag ich von der MüdigkeitUnd allgemeinen Menschenliebe?

Durch deren unverstellte TriebeSie manchen in der Noth erfreut,

Und die der Wohlthat ganze FruchtIn ihres Nächsten Heil gesucht.

lind wie voll Großmuth war ihr Herz«,

Als ihr der stärkste Feind gedroht!

Auch in der letzten Todesnoth^rschrack ihr Muth vor keinem Schmerze.

^ Abschied voller Zärtlichkeit!

^ Wehmuth Heister Liebesthränen!

^ borst ich eurer nicht erwähnen:

mehrt ich selber nicht mein Leid;

^as Leid, so mich nur schärfer kränkt,

^ Mehr mein Sinn zurücke denkt.

O hätt