Der Oden drittes Buch.
§9?ir zum Heil, und dir zur Lust,Werthe! die du meinetwegenOft von keiner Ruh gewußt,
Nächte sonder Schlaf gelegen.
Deine Sorgfalt und dein WachenStund der schwachen Kindheit bey.Machte mich wohl gar vom RachenDes besorgten Todes frey;
Wenn die Seufzer deiner ZungenMich dem Himmel abgedrungen.
Und wie rühm ich deinen Fleiß,Theurer Vater! dein Bestreben,
Mir von allem, was ich weis,
Selbst den ersten Grund zu geben?
Wie der Deutsche, Griech, LateinerUnd Hebräer schreibt und spricht,
Dieses wies mir sonsten keiner,
Als dein treuster Unterricht;
Den ich, falls ich wechseln sollte.
Gegen nichts vertauschen wollte.
Eelbst der Redner edle KunstHast du mir zuerst gewiesen,
Und der Musen süffe GunstDurch dein Beyspiel angepriesen.
Und so wuchsen mir die FlügelUnter deiner Vaterzucht,
Bis ich selbst den Königshügel,Albertinens Sitz, besucht,
Wo nebst Odoacers Mauren,
Margraf Albrechts Künste dauren.