272 Der Oden drittes Buch»
5) wie frölich und vergnügtWar die Zeit vor zweyen Jahren,
Als es sich so schön gefügt,
Daß wir an der Weichsel waren!
Danzig sah in seinen WallenSohn und Aeltern ganz entzückt,
Die einander, ohn Verstellen,
Ost an Mund und Brust gedrückt;Endlich aber ganz zufriedenEich getrennet und geschieden.
§ebt denn glücklich, theure Zwey!Werdet alt bey guten Tagen,
Machet euch von Sorgen frey,
Laßt euch keinen Kummer nagen.
Euren Söhnen wirds nicht fehlen,Wenn sie nur in allem Thu»,
Euch zum Tugendmuster wählen,
Und in Gottes Fügung ruhn;
Der, wie man an euch gespürek,
Stets die Seinen wohl geführet.
^a des Vaters Redlichkeit,
Sammt der Mutter Menschenliebe,Gaben mir, seit langer Zeit,
Ein Exempel edler Triebe.
Müßt ihr aber endlich sterben,
Werthe, folgt ihr der Natur:
O so laßt mich eins nur erben.
Laßt mir eure Tugend nur!
Laß ich diese bey mir wohnen.
Hab ich mehr, als Millionen.