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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Der Oden drittes Buch.

sprich, wie war dir bey dem RaubeDeiner schönsten Braut zu Muth?

Thatst du nicht, wie eine TaubeBey des Gatten Falle thut?

Ja, du girrtest, weintest, riefest,

Du verweyster Bräutigam !

Daß das Lager, da du schliefest,

Ost von deinen Thränen schwamm.

Du bist von den edlen Seelen,

Die kein schnöder Trieb entzünde,

Aber die, so bald sie wählen,

Zärtlich und beständig sind.

Deine Brust war schwer zu zwingen,

Aber da sie Fessel trug,

Wollte sie für Gram zerspringen,

Weil der Tod dieß Band zerschlug.

Doch du hast dieß Leid ertragen,

Als ein Weiser, als ein Christ:

Der auch bey den zartsten KlagenStandhaft und gelassen ist.

Ja, ich seh dein starkes WesenGleichsam mir Erstaunen an.

Weil es das, was du erlesen,

So geseßt bedauren kan.

Areund und Gönner! darf ichs wag^/Und dir, zwar mit Vorbedacht,

Aber im Vertrauen sagen ,

Was mich so empfindlich macht?

Bloß die Fühlung eigner TriebeHat mich so geschickt gemacht,

Daß ich deiner zarten LiebeMehr, als andre, nachgedacht.