278 Der Oden drittes Buch.
Elaub indessen, daß mein LiebenNicht von blosser Schönheit rührt:
Nein! die Glut, so ich gespürt,
Stammt von doppelt edlen Trieben,Denn der Zunder, der sie nährt,
Wird durch keine Zeit verzehrt.
Schönheit schwindet, wie die Nelken,Die ein rauher Sturm verletzt:
Aber das, was mich ergetzt,
Kan so leichtlich nicht verwelken.
Nein, es bleibt auch dann recht schön,Wenn Gestalt und Reiz vergeh».
^a, das Kind, so ich erlesen,
Ist kein blosses Wollustbild;
Nein, es ist mit Witz erfüllt,
Und von sehr erhabnem Wesen:
So, daß es, an Leib und Geist,
Pallas mehr, als Venus heißt.
Edel ist der Leib an Gaben,
Edel ist so Blick als Gang;
Und der Geist, der mich bezwäng,
An Verstand und Muth erhaben:Beydes raubt, durch Ernst und Scherz,Jedem, der es sieht, das Herz.
Edel ist sie auch an Sitten,
All ihr Thun ist tugendhaft:
Und aus Lust zur Wissenschaft,
Liebt sie Frankreich sammt den Britten;Deren Sprachen sie, versteht,
Und durch Mund und Kiel erhöht.