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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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278
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278 Der Oden drittes Buch.

Elaub indessen, daß mein LiebenNicht von blosser Schönheit rührt:

Nein! die Glut, so ich gespürt,

Stammt von doppelt edlen Trieben,Denn der Zunder, der sie nährt,

Wird durch keine Zeit verzehrt.

Schönheit schwindet, wie die Nelken,Die ein rauher Sturm verletzt:

Aber das, was mich ergetzt,

Kan so leichtlich nicht verwelken.

Nein, es bleibt auch dann recht schön,Wenn Gestalt und Reiz vergeh».

^a, das Kind, so ich erlesen,

Ist kein blosses Wollustbild;

Nein, es ist mit Witz erfüllt,

Und von sehr erhabnem Wesen:

So, daß es, an Leib und Geist,

Pallas mehr, als Venus heißt.

Edel ist der Leib an Gaben,

Edel ist so Blick als Gang;

Und der Geist, der mich bezwäng,

An Verstand und Muth erhaben:Beydes raubt, durch Ernst und Scherz,Jedem, der es sieht, das Herz.

Edel ist sie auch an Sitten,

All ihr Thun ist tugendhaft:

Und aus Lust zur Wissenschaft,

Liebt sie Frankreich sammt den Britten;Deren Sprachen sie, versteht,

Und durch Mund und Kiel erhöht.