82 Der Oden drittes Buch.
D wie wohl hast du gewählet!
Da dein Herz ein Priesterkind,
Dem nicht Geist, nicht Anmuth fehlet,Treu und redlich lieb gewinnt.
Deiner Schützin Mund und SittenSind an Witz und Tugend reich,
Und es kömmt ihr keine gleich,
Die um deine Huld gestritten:
Sollten sie gleich alle glauben,
Ihr das Vorzugsrecht zu rauben.
Eoll ich euch, ihr Schönen! sagen,Was die Braut so edel macht,
Der in nechst verwichnen TagenTeller Hand und Herz gebracht?
Ach! es sind nicht Eitelkeiten,
Nicht Verstellung, PuH und Scherz,
Die sein priesterliches HerzZu der Zärtlichkeit verleiten;
Selbst die Hoffnung grosser SchatzeIog den Freyer nicht ins Netze.
1^yd was denn? Ihr könnt es rath^Ein gesetzter kluger Geist,
Der in Worten und in ThatenSich recht tugendhaft erweist.
Ein Verstand von munterm Wesen,
Der sich, weil ihn Pallas nährt,
Täglich mehr und mehr verklärt;
Ein bedächtig Bücherlesen;
Und ein Herz, das alles liebet,
Was der Tugend Vorschub giebst.